Josip Stritar hat sich mit der Gründung der Literaturzeitschrift Zvon 1870 und 1876 bleibend in die Literaturgeschichte eingeschrieben. Er war der erste Interpret der Poesie von France Preseren, die er auch ins Deutsche übertrug. Neben Preseren erklärte und übersetzte er Jenko, Levstik. Josip Jurcic öffnete ihm die Augen für die Weltliteratur. Auch wenn er in Wien/Aspang lebte, seine Sprache war richtungsweisend, obwohl sie sich zeitweise in pathetischen Anklängen zu gefallen schien. Hoch anzurechnen ist ihm, dass er nicht dem damaligen Trend des Panslawismus verfiel. "Etwas von Peter...
Josip Stritar hat sich mit der Gründung der Literaturzeitschrift Zvon 1870 und 1876 bleibend in die Literaturgeschichte eingeschrieben. Er war der er...
Der Roman Das Haus zur barmherzigen Mutter Gottes des großen slowenischen Schriftstellers Ivan Cankar erschien 1904. Er wurde 1930 von Gusti Jirku ins Deutsche übersetzt und in Wien publiziert. Darin beschreibt er die Geschichte des kleinen Mädchens Malci, das im Krankensaal einer Wiener Vorstadtklinik seine letzten Monate verlebt. Der scheinbar geschützten Innenwelt mit den dort liegenden jungen Mädchen wird das Elend ihrer Herkunft aus Armut und zerrütteten Familienverhältnissen, aus Alkohol- und Kindesmissbrauch, gegenübergestellt.
Der Roman Das Haus zur barmherzigen Mutter Gottes des großen slowenischen Schriftstellers Ivan Cankar erschien 1904. Er wurde 1930 von Gusti Jirku in...
"In der Zeit, als es in den habsburgischen Ländern noch keine Nationen gab, als alle noch lediglich die Untertanen des deutschen Kaisers und der deutschen Feudalherren waren, waren die Kärntner Bauern und Holzer, die Manufakturarbeiter und Bergleute, die Säumer und Fuhrmänner, die bäuerlichen Händler und Handwerker, sei es deutscher oder slowenischer Sprache, noch ein »einerlei Volk«. Damals war die Sprachengrenze stabil, man wusste, wo man »v Niemce« (»ins Deutsche«) und wo in »das Windische« kam. Urban Jarnik meinte noch 1826, dass sich die deutsche Sprache nur sehr langsam...
"In der Zeit, als es in den habsburgischen Ländern noch keine Nationen gab, als alle noch lediglich die Untertanen des deutschen Kaisers und der deut...
Der Roman Der zehnte Bruder (Deseti brat) ist der erste in slowenischer Sprache geschriebene Roman der modernen Zeit. Anhand verschiedener menschlicher Schicksale begegnen wir der feudalen, wie auch der erwachenden bürgerlichen Welt einerseits und der dörflichen Struktur, in zeitverschobener Erzählung. Darin widerspiegelt sich die erwachende Intellektualität, die sich and der dörflichen Realität reibt und nahezu zerbricht. Die gut lesbare Liebesgeschichte, durchsetzt mit Elementen einer Kriminalgeschichte trifft den Geist der damaligen Zeit. Die ihr angekreideten Schwächen in der...
Der Roman Der zehnte Bruder (Deseti brat) ist der erste in slowenischer Sprache geschriebene Roman der modernen Zeit. Anhand verschiedener menschliche...
"Die Haltung gegenüber den jüdischen Menschen in Slowenien, habe sich seit den Pogromen im 19. Jahrhundert nicht wirklich verändert, auch wenn es nur mehr 44 gezählte Jüdinnen und Juden in Ljubljana gibt", erzählte Berta Bojetu Ende der Achtzigerjahre in einem kleinen Freundeskreis. Ihr Gedichtband Besede iz hise Karstein war soeben auf Slowenisch erschienen. Eines der Ergebnisse dieses Gespräches war die Veröffentlichung des Romans Filio ni doma (1990) - Filio ist nicht daheim, dem 1995 Pticja hisa - (Das Vogelhaus) folgte. Die Figuren, denen wir im Gedichtband begegnen, wachsen aus...
"Die Haltung gegenüber den jüdischen Menschen in Slowenien, habe sich seit den Pogromen im 19. Jahrhundert nicht wirklich verändert, auch wenn es n...
Elfriede Jelinek zu Joze Javorsks Gefährliche Erinnerung, 2007, Auszug: "Joze Javorseks Biographie ist eine der ungeheuerlichsten, die ich je gelesen habe, aber es ist ja jedes Leben ungeheuerlich, wenn man es näher betrachtet, und manchmal kommen Ungeheuer heraus, und manchmal Menschen, die sich selbst mit größter Akribie wie unter dem Mikroskop betrachten können. Natürlich erschrecken sie dabei. Ein Wunder dass sie nicht vor Entsetzen zusammenklappen. Doch wenn sie genau nachdenken, wenn sie um sich schauen und einen Abgrund sehen, dann klammem sie sich mit ihren Gedanken, die dünn...
Elfriede Jelinek zu Joze Javorsks Gefährliche Erinnerung, 2007, Auszug: "Joze Javorseks Biographie ist eine der ungeheuerlichsten, die ich je gelesen...
Mit dem Roman Sternklare Nächte im Karakorum gelang Dusan Jelincic ein außerordentlicher literarischer Wurf, der aus der sogenannten Bergsteigerliteratur ein literarisches Werk machte. Die Kritik war begeistert. Ein Roman mit alpinistischer Thematik, die Protagonisten sind reale Figuren. Die Rahmenhandlung spielt im Himalaja bei eisigen Stürmen und Schneegestöber, sie kehrt uns die inneren Zustände der Alpinisten hervor, die sie zunehmend zu beherrschen beginnen. Der innere Monolog der Bergsteiger wird zum roten Faden der Erzählung. Der Alpinismus als Metapher des Lebens. Ist doch der...
Mit dem Roman Sternklare Nächte im Karakorum gelang Dusan Jelincic ein außerordentlicher literarischer Wurf, der aus der sogenannten Bergsteigerlite...
Die drei Gespräche, die Peter Handke mit dem slowenischen Freund Joze Horvat führte - 1987 in Salzburg, 1988 im Karst und im Dezember 1992 in Paris -, entfalten sich um slowenische Motive im literarischen Werk, über Sloweniens Unabhängigkeit und den Krieg. Der »Bewohner des Elfenbeinturms« weilte, saß, ist oft - meist zu Fuß - herumgekommen und hat viel, das Weite, das Enge, wahrgenommen - in seiner "Geh-Heimat". Landschaften, vor allem der Karst, die Menschen und ihre Sprache, das Slowenische, finden sich im Schreiben wieder, im Buch wie dem Anfang der 80er Jahre verfaßten...
Die drei Gespräche, die Peter Handke mit dem slowenischen Freund Joze Horvat führte - 1987 in Salzburg, 1988 im Karst und im Dezember 1992 in Paris ...
Mit Carmina mi nora legt Jani Oswald, einer der bemerkenswertesten zeitgenössischen slowenischen Dichter, die wohl durchdachte Weiterentwicklung seiner sprachlichen Experimente früherer Gedichte vor. Durch seinen ausgeprägten Sinn für sprühende Assoziationsketten, Language Crossing und überraschende Verfremdungen stellt er aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, scheinbar Erhabenes wie Profanes spielerisch bloß. Folklorismen und Nationalismen, egal welcher ethnischer Herkunft, werden dichterisch auseinandergenommen, Provinzialismen und Fremdenhass demaskiert. Dabei dekonstruiert...
Mit Carmina mi nora legt Jani Oswald, einer der bemerkenswertesten zeitgenössischen slowenischen Dichter, die wohl durchdachte Weiterentwicklung sein...