ISBN-13: 9783050043388 / Niemiecki / Twarda / 2007 / 310 str.
Immer wieder hegten Laien oder Weltkleriker im Fruhen Mittelalter den Wunsch, im Kloster zu wohnen, ohne das monastische Versprechen abzulegen, womit sie zu Grenzgangern zwischen den religiosen Standen des Mittelalters wurden. Gesine Jordan untersucht vergleichend die Motive und individuellen Handlungsraume dieser weltlichen Wohngaste in den Klostern St. Gallen und Redon. Laien und Kleriker, die sich aus der Welt zuruckzogen und erklarten, sie wollten als Wohngaste der Monche "nichts als Nahrung und Kleidung" beanspruchen, wahlten einen Weg der religiosen Konversion, der nicht uber die benediktinische Profess fuhrte. In Alemannien wie in der Bretagne bedeutete jedoch der dauerhafte Aufenthalt an einem heiligen Ort ein Privileg, das nicht allein aufgrund einer Guterschenkung, sondern auch aufgrund eines bestimmten sozialen Ranges gewahrt wurde. Auf unterschiedliche und doch in vielem gleichartige Weise verwirklichten die Wohngaste individuelle Annaherungen an die monastische Lebensform und verbanden sich so den Monchsgemeinschaften noch enger, als es etwa im Rahmen von Gebetsgemeinschaft und Stiftungen moglich war.
"Différents index et une riche bibliographie viennent compléter une étude détaillée, claire et passionante." I. Baise in: Revue Bénédictine, 2007, Heft 2 "[Das Buch hat] eine noch wenig wenig beachtete (Alters-)Lebensform gründlich aufgearbeitet." Hans-Werner Goetz in: sehepunkte, Ausgabe 8 (2008), Nr. 6 "[…] eine handwerklich gediegene, auf solider Literatur- und Quellenkenntnis beruhende, stringent durchdachte und gut formulierte Diss." G. Sch. in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, 64 (2008) 2