Nichts war mittelalterlichen Autoren wohl verbindlicher als die Heilige Schrift - warum musste der kanonische Text dennoch kommentiert werden? War es etwa ungenugend, was Moses und andere notiert hatten? Jenseits aller Uberlegungen zu Tradition und literarischer Form der Kommentare im allgemeinen geht es um die grundlegenden Fragen, warum den Autoren ein Kommentar zur Heiligen Schrift uberhaupt notwendig erschien und was es fur sie genau bedeutete, den Schopfungsbericht zu kommentieren. Die Arbeit nahert sich einer Antwort uber eine Rekonstruktion des Bildes von Moses als Autor der Genesis...
Nichts war mittelalterlichen Autoren wohl verbindlicher als die Heilige Schrift - warum musste der kanonische Text dennoch kommentiert werden? War es ...
Mit dem Konigshof Alfons' X. von Kastilien-Leon (1252-1284) untersucht die vorliegende Studie eine zentrale politische und wissensmehrende Institution des Hochmittelalters, die zugleich ein bedeutendes Zentrum interkultureller Kontakte war. Dabei fragt sie nach dem Verhaltnis von Wissen und Kultur, von Politik und Gesellschaft in seiner historischen wie in seiner forschungsgeschichtlichen Konzeption. Die Fragestellung offnet den Weg zu einer Geistes- und Ideengeschichte Spaniens im Mittelalter und prazisiert zugleich den spanischen Sonderweg in der europaischen Entwicklung. Was aber machte...
Mit dem Konigshof Alfons' X. von Kastilien-Leon (1252-1284) untersucht die vorliegende Studie eine zentrale politische und wissensmehrende Institution...
Der symbolistische Dichter Stefan George sammelte nach der Jahrhundertwende einen Kreis von Dichtern und Intellektuellen um sich, mit denen er arbeitete und lebte, und die er in ihrer wissenschaftlichen Tatigkeit unterstutzte. Es uberrascht zunachst, dass neben Literaturwissenschaftlern wie Friedrich Gundolf und Historikern wie Ernst Kantorowicz auch einige Wirtschaftswissenschaftler zu diesem "Staat" gehorten. Denn George, der alle Lebensbereiche dem der Kunst untergeordnet sehen wollte, stand dem modernen Kapitalismus sehr kritisch gegenuber und interessierte sich nicht fur okonomische...
Der symbolistische Dichter Stefan George sammelte nach der Jahrhundertwende einen Kreis von Dichtern und Intellektuellen um sich, mit denen er arbeite...
Zu den wenigen unumstosslichen Gewissheiten in der Philosophiegeschichtsschreibung zahlt die Lehrmeinung, Descartes sei der Ahnherr des philosophischen Rationalismus, also einer Philosophie, die der sinnlichen Erkenntnis misstraue und einzig aus von der Vernunft intuitiv erkannten ersten Prinzipien alle weiteren Kenntnisse mit mathematischer Sicherheit deduziere. Die Anschauung habe seither als eigenstandiges Erkenntnisorgan ausgedient, Bilder wurden in der Philosophie liquidiert. Schaut man jedoch nicht nur in die wenigen Texte, auf denen das klassische Descartes-Bild basiert, stellt man mit...
Zu den wenigen unumstosslichen Gewissheiten in der Philosophiegeschichtsschreibung zahlt die Lehrmeinung, Descartes sei der Ahnherr des philosophische...
Gab es Intellektuelle in der Fruhen Neuzeit? Die bisherige Forschung identifiziert diese soziale Gruppe im Mittelalter und im 19./20. Jahrhundert. Fur die Fruhe Neuzeit hingegen wird deren Existenz in Frage gestellt. Dem treten die im vorliegenden Band versammelten Aufsatze nachdrucklich entgegen: Die gelehrten Theologen, Juristen, Philosophen, Mediziner des 16. bis 18. Jahrhunderts lassen sich durchaus als geistig / geistlich engagierte Fuhrungsgruppe in Europa identifizieren, die uber Standesgrenzen hinweg zusammenarbeitete. In Studien zu einzelnen Sozialgruppen, Personen und Regionen in...
Gab es Intellektuelle in der Fruhen Neuzeit? Die bisherige Forschung identifiziert diese soziale Gruppe im Mittelalter und im 19./20. Jahrhundert. ...
Von der "Allmacht der Naturwissenschaft" war im Deutschland des 19. Jahrhunderts vielerorts die Rede - auch und gerade in den Naturhistorischen Museen, die sich nicht nur als Inbegriff der modernen Welt, sondern geradezu als Manifestation der Bildungsidee verstanden. Schon in der Humboldtzeit hatten sie als Ort gegolten, an denen der einzelne Besucher sich selbst bilden und durch diese Selbstbildung auch die Entstehung einer neuen, burgerlichen Gesellschaft befordern konne. Seit der Jahrhundertmitte geriet dieses Modell in die Krise: Die beschleunigte Spezialisierung innerhalb der...
Von der "Allmacht der Naturwissenschaft" war im Deutschland des 19. Jahrhunderts vielerorts die Rede - auch und gerade in den Naturhistorischen Museen...
Um den Charakter des Sammelbandes als programmatischem Auftakt zur Schriftenreihe herauszustellen, ersetzt im Folgenden eine Einordnung der Beitrage des Bandes in ubergeordnete Fragen des Kollegs eine schlichte Aufzahlung und Zusammenfassung: Anhand jener drei Schnittstellen von Wissenskultur und Gesellschaft - Sachkultur, Medien, Institutionen - und von vier Leitfragen, die das Forschungsprogramm des Kollegs mageblich pragen, konnen dessen zentrale Aspekte aus den Beitragen herausgearbeitet werden.
Um den Charakter des Sammelbandes als programmatischem Auftakt zur Schriftenreihe herauszustellen, ersetzt im Folgenden eine Einordnung der Beitrag...
Seit geraumer Zeit versteht die Wissenschaftssoziologie die Erzeugung und Verbreitung von Wissen als ein Kontinuum, an dem Experten und Laien gleichermaen teilhaben, wobei sich die Erforschung dieses Kontinuums vorrangig auf die "Wissenschaftspopularisierung" des 19. und 20. Jahrhunderts konzentriert. Indem der Sammelband die Popularisierung auch des nicht-naturwissenschaftlichen Wissens thematisiert, treten Phanomene in den Blick, die mehr sind als eine bloe Vorgeschichte moderner Wissenschaftspopularisierung. Die Beitrage, die unterschiedlichen Disziplinen entstammen, fragen nach...
Seit geraumer Zeit versteht die Wissenschaftssoziologie die Erzeugung und Verbreitung von Wissen als ein Kontinuum, an dem Experten und Laien gleicher...
Das Gymnasion zahlte zu den offentlichen Einrichtungen, uber die eine Stadt im griechisch-hellenistischen Kulturraum verfugen musste, um den Rang einer Polis beanspruchen zu konnen. Obwohl einzelne Gymnasien bereits seit archaischer Zeit in griechischen Stadten belegt sind, bildete sich das Gymnasion erst in hellenistischer Zeit als offentlich verwaltete und architektonisch gestaltete Anlage aus. Die Beitrage des vorliegenden Bandes thematisieren die ideellen und institutionellen Grundlagen und die Funktionen der Gymnasien sowie ihren Beitrag zur Hellenisierung. Dabei wird insbesondere die...
Das Gymnasion zahlte zu den offentlichen Einrichtungen, uber die eine Stadt im griechisch-hellenistischen Kulturraum verfugen musste, um den Rang e...
Herrschaftslegitimation ist eines der groen Themen europaischer Geschichtsschreibung zur Fruhen Neuzeit. Dazu gehort nicht nur die theoriebezogene Begrundung konkreter Herrschaftsausubung, sondern auch die Legitimation ihrer Infragestellung, die bis zur Rechtfertigung von Widerstand gehen konnte. Im Umkreis der Reformation wurde in ganz Europa seit Mitte des 16. Jahrhunderts diese dem Mittelalter bereits wohlvertraute Debatte verzahnt mit der Frage nach dem "wahren" Glauben. Und damit erhielt das Recht, die Legitimitat von Herrschaft in Frage zu stellen, eine weitere, sehr wirkmachtige...
Herrschaftslegitimation ist eines der groen Themen europaischer Geschichtsschreibung zur Fruhen Neuzeit. Dazu gehort nicht nur die theoriebezogene Beg...