Seit dem Münchner Abkommen im September 1938 steht Europa vor der Drohung eines neuen Weltkriegs. Simone Weil, Philosophin, Gewerkschaftlerin, Aktivistin, sieht sich unter äußerstem Druck: Was kann sie, die radikale Pazifistin, tun, wenn Hitlers Deutschland tatsächlich den Krieg beginnt? In dieser Extremsituation schreibt sie einen ihrer berühmtesten Texte, eine souveräne Darstellung des homerischen Epos, zugleich die minutiöse Analyse dessen, was die kriegerische Gewalt macht aus den Menschen und der Welt. Simone Weil weiß, »dass man die Gewalt niemals bewundern soll, die Feinde...
Seit dem Münchner Abkommen im September 1938 steht Europa vor der Drohung eines neuen Weltkriegs. Simone Weil, Philosophin, Gewerkschaftlerin, Akt...
Die Überzeugung, die Demokratie mitsamt ihren Gesetzen und Vorschriften biete den besten Weg, friedlich und gedeihlich miteinander zu leben, scheint in Teilen der Bevölkerung zu schwinden. Übergriffe gegenüber Beschäftigten des öffentlichen Diensts, Angriffe auf Migranten und Flüchtlinge nehmen seit Jahren zu. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in Ämtern, gegen Rettungsdienste oder Kulturinstitutionen gepöbelt, gespuckt und auch geschlagen wird. Zivile Verhaltensstandards und Verbindlichkeiten werden inmitten der Normalität des sozialen Verkehrs aufgekündigt, ohne dass Elend,...
Die Überzeugung, die Demokratie mitsamt ihren Gesetzen und Vorschriften biete den besten Weg, friedlich und gedeihlich miteinander zu leben, schei...
Niccolò Machiavelli, der Renaissancemensch, Politiker und Philosoph, ist eine der umstrittensten Figuren der Geschichte. Bis heute dominiert das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen«, der vor allem für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, berühmt und berüchtigt wurde: den Machiavellismus. Häufig wurden auch ein knallharter machtpolitischer Realismus und ein Primat der Staatsräson als weitere zentrale Elemente der Lehre Machiavellis angesehen. In der wieder lebhaft geführten internationalen Debatte über den Florentiner Denker wird dagegen heute...
Niccolò Machiavelli, der Renaissancemensch, Politiker und Philosoph, ist eine der umstrittensten Figuren der Geschichte. Bis heute dominiert das B...
»Die Welt ist Grenze und Möglichkeit der Philosophie. Philosophie, die versucht, der Welt zu entkommen, verliert sich in Schwärmerei, aber wenn die Philosophie nur in der Welt bleibt, dann ist sie ein Gefangener dieser Welt.« Damit ist das Spannungsfeld des Denkens des Hongkonger Philosophen Yuk Hui umrissen, das er in den dichten, hier erstmals erscheinenden Gesprächen mit Milan Stürmer ausbreitet. In ihnen geht er der Frage nach der Pluralisierung des Begriffs der Technik nach, die für ihn eine Grundfrage der Philosophie überhaupt ist, denkt über die Möglichkeit von...
»Die Welt ist Grenze und Möglichkeit der Philosophie. Philosophie, die versucht, der Welt zu entkommen, verliert sich in Schwärmerei, aber wenn ...
Schon seit vielen Jahren zeichnet sich die Erosion der bisherigen liberalen, regelbasierten und werteorientierten internationalen Ordnung ab, und spätestens seit der erneuten Wahl von Donald Trump nimmt sie rasant Fahrt auf. Die Rede ist von einer Vorkriegszeit und Europa erscheint ratlos. Die hektischen Versuche, durch eine massive Aufrüstung in Deutschland wieder handlungsfähig zu werden, verdecken das Fehlen einer europäischen Strategie. Europa droht zwischen den großen Weltmächten zerrieben zu werden. Denn die internationale Politik ist seit jeher von Visionen, Werten und...
Schon seit vielen Jahren zeichnet sich die Erosion der bisherigen liberalen, regelbasierten und werteorientierten internationalen Ordnung ab, und s...
Man kann, wie Philippe Lacoue-Labarthe es tut, die Fragmentierung des Schreibens mit dem Scheitern eines möglichen Buchs konnotieren. Das Schreiben in Fragmenten oder Schnipseln, das in keiner geschlossenen Form erfolgt, mündet zwar im Buch, doch handelt es sich um ein Buch, das sich weigert, Buch zu sein. Mit Derrida würde man sagen: Es ist eher ein Text, eine wuchernde Struktur, die keinen gesicherten Anfang und kein verlässliches Ende kennt. Man übersieht dabei, dass es ohnehin keine Alternative zur offenen Form gibt. Oder dass alle Alternativen zu ihr eine Leichtgläubigkeit...
Man kann, wie Philippe Lacoue-Labarthe es tut, die Fragmentierung des Schreibens mit dem Scheitern eines möglichen Buchs konnotieren. Das Schreibe...
Unser Geschichtsbewusstsein verortet Sklavenjagd und Menschenhandel kaum je im mittelalterlichen Europa. Tatsächlich aber war das christliche Abendland im frühen Mittelalter ebenso wie das subsaharische Afrika das politisch-ökonomische Randgebiet einer Welt, die neben Byzanz vor allem vom Kalifat im Vorderen Orient sowie seinen Emiraten in Spanien und Nordafrika beherrscht wurde. Im Zuge des protoglobalen Fernhandels entstand unter dem islamischem Halbmond eine Raumordnung, in der sowohl Afrika als auch Europa zu Lieferzonen der Sklavenmärkte in Konstantinopel, Damaskus, Bagdad und...
Unser Geschichtsbewusstsein verortet Sklavenjagd und Menschenhandel kaum je im mittelalterlichen Europa. Tatsächlich aber war das christliche Aben...
Die Kosmologie des Geistes des sowjetischen Philosophen Ewald Iljenkow untersucht die Rolle des Denkens im Universum und geht davon aus, dass Denken und Materie, Geist und Natur in einer universellen, notwendigen Wechselwirkung stehen - das Denken als notwendige Eigenschaft der Materie und die Menschheit als Agentin des Denkens, in der Lage, den entropischen Kollaps des Universums durch Selbstauslöschung zu verhindern. Es ist eine spekulative Phantasmagorie, die Wissenschaft und Philosophie wortwörtlich zu Ende denkt - bis zum Ende aller Dinge, das sich als Anfang eines neuen...
Die Kosmologie des Geistes des sowjetischen Philosophen Ewald Iljenkow untersucht die Rolle des Denkens im Universum und geht davon aus, das...
Der römische Dichterphilosoph Lukrez feiert in seinem Epos De rerum natura (»Über die Natur der Dinge«) die Wolken. Als bedrohliche Naturgewalt wird in ihnen die Kraft und Chaotik der unsichtbaren Atome, aus denen die Welt besteht, hör- und sichtbar. Die lukrezische Zergliederung der Wolken - insbesondere die Beschreibung der Gewitter - will diese Gewalt rational und rhetorisch bändigen. Doch zugleich sind Wolken für den Dichter ein metaphorisches Modell zur Erklärung irrationaler Trugbilder, erotischer wie theologischer Phantasmen, die spontan in der Atmosphäre entstehen...
Der römische Dichterphilosoph Lukrez feiert in seinem Epos De rerum natura (»Über die Natur der Dinge«) die Wolken. Als bedrohliche Natu...