ISBN-13: 9783656283379 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg (Institut fur Germanistische Mediavistik), Veranstaltung: Hauptseminar: Gewalt, Intrige, Wahnsinn: Die Welt des Heinrich Kaufringer, Sprache: Deutsch, Abstract: "Gottes Wege sind unerforschlich"; nicht nur das Sprichwort selbst ist weit verbreitet, auch mit der Aussage, dass Gottes Handeln unbegreiflich scheint, beschaftigt sich noch heute ein groer Teil der Menschheit. Heinrich Kaufringer, dessen Wirken in das Spatmittelalter datiert wurde, widmete sich u.a. diesem Thema in seiner geistlichen Erzahlung Der Einsiedler und der Engel. Seine dichterische Arbeit ist in zwei Handschriften uberliefert: im Munchner cgm 270 und im Berliner Mgf 564. Der Text Der Einsiedler und der Engel leitet die Sammlung im Munchner cgm 270 ein und ist im Gegensatz zu den anderen Dichtungen nicht unikal uberliefert, da eine ahnliche Fassung im Munchner cgm 1119 vorhanden ist. In Heinrich Kaufringers Erzahlung fungiert ein Engel als Bote Gottes, dessen Aufgabe es ist, einem Einsiedler gottliche 'Wunder' zwar vor Augen zu fuhren, ihm aber gleichzeitig bewusst zu machen, dass der menschliche Verstand diese 'Wunder' nicht durchschauen kann. Im Prolog wird betont, dass " g]otes wunder ist als vil / das sein ieman wai kain zil." Diese Behauptung wird dann auch in der darauffolgenden Erzahlung beispielhaft bewiesen. Doch will Heinrich Kaufringer meiner Meinung nach uber die angedeutete Theodizeefrage und uber die Aussage hinaus, dass die Menschen diesem Gott einfach vertrauen sollen, da im Rahmen der Erzahlung ein Gottesbild entwickelt wird, welches u.a. kritisch durch den Leser hinterfragt werden soll. Ich widme mich daher in meiner Hausarbeit der Frage: welches Gottesbild durch den auf die Erde gesandten Engel dargestellt wird. Zu Beginn wird mithilfe des Primartextes Der Einsiedler und der Engel aufgezeigt, welche 'Wunder' der En