ISBN-13: 9783640700868 / Niemiecki / Miękka / 2010 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universitat Wien (Institut fur Germanistik), Veranstaltung: Proseminar Mikroliteratur, Sprache: Deutsch, Abstract: Viele Kritiker schreiben Peter Handke kaum verdeckte Zuge narzisstischen Grossenwahns zu. Hier sei das eingetreten, was Walser so beschrieben hat: Der Autor ist die Botschaft" . Handke selbst vermerkt im Journal Das Gewicht der Welt in Bezugnahme auf den Mythos vom Narziss, der sich im Wasser spiegelnd, seine eigene Schonheit selbstvergessen bewundert und dabei ertrinkt: Ob nicht vielleicht gerade das lange, ausforschende Anschauen des eigenen Spiegelbildes (und im weiteren Sinn: der von einem verfertigten Sachen) die Kraft und Offenheit zu langem, unverwandtem, sich vertiefendem Anschauen andrer geben kann? Fur ihn dient Literatur primar der Selbstreflexion, sie ist ein Vehikel seiner Selbstbewusstwerdung. Dieser Spiegelungsvorgang fungiert als eigentlicher Kontrast Handkes zur Realitat. Indem er sein Ichbewusstsein in der Literatur klart, reflektiert er seine Beziehung zur Realitat, lasst er sich von der Wirklichkeit verandern." Ausgehend von seinem eigenen Empfinden sucht er nach einem Regelwerk," um sich selbst und andere zu verstehen. Im Aufsatz Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms" spricht er davon, dass es nur ein Thema fur ihn gebe, namlich uber sich selbst klarer zu werden. Die Wirklichkeit der Literatur steht im Dienst der Erhellung der wirklichen Wirklichkeit, die Handke als seine] personliche Wirklichkeit begreift." Literatur, die ihre (formale) Differenz zur ausserliterarischen Wirklichkeit betont, erfullt laut Handke in zweierlei Hinsicht eine bewusstseinsbildende, Ich- klarende Funktion."