ISBN-13: 9783640418541 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 56 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Freie Universitat Berlin (Institut fur Deutsche und Niederlandische Philologie), Veranstaltung: Hauptseminar "Prosaexperimente der Moderne," Sprache: Deutsch, Abstract: Unter dem Schlagwort "Gehirne" brachte Gottfried Benn im Jahr 1916 funf Novellen heraus. Die erste Erzahlung aus diesem Band, ebenfalls Gehirne genannt, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Der zentrale Begriff 'Gehirn' wird darin, auer im Titel, zwar erst fast am Ende der Erzahlung beim Namen genannt, spielt aber fur ihr Funktionieren eine entscheidende Rolle. Das recht kurze Prosastuck Gehirne handelt von Ronne, einem Arzt, der sich den Zerfall seiner Grohirnrinde diagnostiziert. Der Fakt, dass der Autor Gottfried Benn selbst Arzt war, erscheint unter diesem Gesichtspunkt besonders interessant. In der Sekundarliteratur lag es da auch haufig nahe, Ronne mit Benn gleichzusetzen. Doch dies ist zu oberflachlich. Hinter den 'Gehirnen' steckt mehr als nur eine Anspielung auf Benns Biographie. - Inwiefern Benns "anderes" Leben, das als Arzt, seine Erzahlung Gehirne nicht nur um einen fundierten medizinischen Wissenskontext bereicherte, sondern dadurch auch (wissenschafts-)kritische Elemente mit einflossen, soll im Folgenden aufgezeigt werden. Es gilt dabei, eine Interpretationsmoglichkeit zu finden, welches Programm von der zentralen Metapher 'Gehirn' in Hinblick auf den Text ausgeht.