ISBN-13: 9783640409594 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: 1,3, Johannes Gutenberg-Universitat Mainz (Deutsches Institut), Veranstaltung: Thematisches Proseminar: Analyse aktueller Romane, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Literatur der letzten Jahre besteht die Tendenz, wieder mit unzuverlassigen Erzahlern zu arbeiten, auf deren widerspruchliche Schilderungen der Leser sich selbst seinen Reim machen muss. Die Hinterfragung des Dargestellten, die Entlarvung von Lebenslugen der Protagonisten und das Interesse an der Kommunikation uberhaupt mogen Grunde fur das Wiederaufleben dieser Technik sein, derer sich auch Christoph Peters in seinem ersten Roman bedient, wenn auch mit anderer Zielsetzung. Thomas Walkenbach, ein arbeitsloser Kunsthistoriker, der an seiner Dissertation uber die Bedeutung der Zentralperspektive arbeitet, verliebt sich in seine Zahnarztin Hanna und wird erhort. Elf Jahre verleben die Beiden zusammen, wie wir in der ruckblickenden Erzahlung Walkenbachs erfahren, ohne dass er zu einem Abschluss seiner Arbeit kommt, und am Ende stirbt Hanna an Brustkrebs. Was in der ausseren Handlung reichlich merkwurdig daherkommt, erweist sich als ein pfiffiges Werk, das kunstlerischen Anspruch mit guter Lesbarkeit muhelos verbindet. Walkenbach, desillusioniert und Alkoholiker, so scheint es, lasst sein Leben mit Hanna in einzelnen Szenen Revue passieren, die sich mosaikartig zusammensetzen lassen. Wir erfahren von seiner Kindheit im niederrheinischen Niel, von seiner landlichen Familie, die im Kontrast zu der Hannas steht und zu der er, der erste akademische Spross, ein nicht unproblematisches Verhaltnis hat; von der erfolglosen Arbeit am Werk eines niederrheinischen Schnitzers und einer Italienreise, die im landlichen Nirgendwo endet, doch macht es den Reiz dieses Buches aus, dass sich keine der Informationen unkritisch ubernehmen lasst. Manches ist Traum, das ist klar, doch wo sind die Grenzen