ISBN-13: 9783656525202 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 32 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, Johann Wolfgang Goethe-Universitat Frankfurt am Main (Neuere Philologien), Veranstaltung: Thomas Mann - Fruhe Erzahlungen, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Leben in all seinen Facetten beschaftigte Thomas Mann schon sehr fruh. Bereits mit 23 Jahren wurde sein erster Novellenband "Der kleine Herr Friedemann," der Gegenstand dieser Hausarbeit sein wird, veroffentlicht. Grundthema der sechs Geschichten ist die Lebensproblematik, die sich bei jedem der einzelnen Protagonisten anders auert. Ein buchhanderischer Erfolg war sein Erstlingswerk nicht. Von den 2000 Exemplaren der Erstausgabe, die im Mai 1898 erschien, waren zum Jahresende 1899 erst zirka 400 verkauft. Trotzdem Thomas Mann noch so jung war und der Erfolg - zu Unrecht - auf sich warten lie, strotzen die Geschichten nur so vor Lebensweisheit. Schon fruh beschaftige sich der junge Lubecker mit Nietzsche und Schopenhauer und wandte ihre Philosophie in Form von Literatur in der Praxis an. Seine Figuren, jede auf ihre Art, lernen allesamt das Leben als groe Enttauschung kennen. Sie alle sind schiffbruchige Existenzen, die vom Leben stiefmutterlich behandelt werden. Physisch und psychisch verstummelte Naturen, die in seinem ersten Novellenband ihren Anfang nahmen, waren Zeit seines Lebens seine bevorzugten Figuren. Ein anonymer Rezensent der Munchner Neuesten Nachrichten bemerkte uber den Friedemann-Band, dass sich Thomas Mann "leider fur kranke Helden" interessiere, fur "unstete, halbentwickelte Naturen mit halber Kraft und halbem Willen." Mit dieser Vorliebe stand Mann ganz im Zeichen der literarischen Decadence. Der Verfall und die Schwachung der Lebenskraft waren die vorherrschenden Topoi der Zeit, die zumeist auch mit einer Steigerung des Artifiziellen einhergingen. Auch Thomas Mann erfuhr das Problem der Uberfeinerung und Enttuchtigung am eigenen Leib, erst durch diese Erfahrung, so sagte er, offnete sich fur ihn