ISBN-13: 9783640418534 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 40 str.
ISBN-13: 9783640418534 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 40 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Freie Universitat Berlin (Institut fur Deutsche und Niederlandische Philologie), Veranstaltung: Proseminar Aufbruch in die Moderne? - Literatur um 1900 (1880-1914)," Sprache: Deutsch, Abstract: Im Jahr 1888, nicht lange vor Sigmund Freuds Schriften zur Psychoanalyse, veroffentlichte Gerhart Hauptmann seine novellistische Studie" Bahnwarter Thiel. Trotz vieler Naturschilderungen schuf er damit nicht etwa ein freundliches Stillleben," sondern das beklemmende Psychogramm eines gepeinigten Menschen." - Nicht ohne Grund wird daher von der Erzahlung gesagt, sie markiere den Ubergang zur Moderne. Bereits im Titel deutet sich an, wie in der Person Bahnwarter Thiel" Beruf und Name verschmelzen, zu einem Konzept des Seins werden. Entfremdung und Ich-Dissoziation des Helden', die so typisch sind fur die Literatur um 1900 und mehr noch fur die des Expressionismus, werden thematisiert. Nachdem die erste Frau des Bahnwarters, Minna, bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes Tobias(chen) verstorben ist, heiratet Thiel die Kuhmagd Lene. Nicht nur ausserlich bildet diese das komplette Gegenstuck zur ersten. - Die Beziehung Thiels zu den beiden Frauenfiguren, zur toten Femme fragile' und zur lebenden Femme fatale', ist fur den schicksalhaften Ausgang der Erzahlung fortan von zentraler Bedeutung. Denn die Frauen wurden vom Autor als Typen konzipiert, die innerhalb der Erzahlung bestimmte Funktionen ausuben. Um ihnen gleichermassen einen Platz in seinem Leben zu willigen, schafft sich Bahnwarter Thiel zwei Raume'. - Wie es von diesen Grundvoraussetzungen ausgehend schliesslich zur Katastrophe - dem Wahnsinn und Morden Thiels - kommt, soll im Folgenden herausgearbeitet werden. Dabei steht im Vordergrund der Betrachtung die Unabwendbarkeit des Unglucks. - Auch die Frage, ob der Schluss eher uberraschend kommt oder vielmehr als Konsequenz eines schleichenden Prozesses angesehen werden"