ISBN-13: 9783642504914 / Niemiecki / Miękka / 1893 / 302 str.
Von Tag zu Tag spielen die beiden Hauptprincipien der Thermodynamik in allen Zweigen der philosophischen Natur betrachtung eine grossere Rolle. Die kuhnen Theorien, die noch vor 40 Jahren galten und mit Molekular-Hypothesen verquickt. waren, sind heutzutage verlassen worden, und man sucht auf der Thermodynamik allein das ganze Gebaude der mathematischen Physik aufzubauen. Sind aber die Lehrsatze von R. Mayer und von Clausius, diese beiden Hauptstutzen des Gebaudes, fest genug begrundet, um dasselbe fur absehbare Zeit tragen zu konnen? Niemand zweifelt daran, aber worauf grundet sich diese Zuversicht? Ein bedeutender Physiker sagte mir eines Tages gelegentlich einer Besprechung uber das Fehlergesetz: "Jedermann glaubt fest an dasselbe, da die Mathematiker meinen, es sei eine Beob achtungsthatsache, die Be 0 b ach te r hingegen, es sei ein mathe matisches Gesetz." So verhielt es sich auch lange Zeit mit dem Princip von der Erhaltung der Energie. Heute ist dem nicht mehr so, vielmehr weiss Jedermann, dass dies Gesetz aus experi mentellen Thatsachen abgeleitet ist. Was berechtigt uns dann aber, dem Princip selbst eine grossere Allgemeinheit und Genauigkeit zuzuschreiben, als den Versuchen, auf die es begrundet ist? Dies kommt auf die Frage hinaus, ob es uber haupt erlaubt ist, die empirischen Thatsachen, wie es gewohnlich zu geschehen pflegt, zu verallgemeinern, und ich bin nicht verwegen genug, diese Frage, an deren Losung schon so viele Philosophen ver geblich ihre Kraft versucht haben, hier zu erortern.