ISBN-13: 9783638653985 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 60 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1, Universitat Siegen (Germanistik FB 3), Veranstaltung: Konzepte von Sprache, 0 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein Spiel definierte der hollandische Kulturhistoriker J. Huizinga in seinem Homo ludens als eine freiwillige Handlung oder Beschaftigung, die innerhalb bestimmter raumlicher und zeitlicher Grenzen nach zuvor freiwillig angenommenen, im Folgenden aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel oder ihren Zweck in sich selber tragt und von einem Gefuhl der Spannung, Freude und des "Andersseins" als der Alltag begleitet wird. Sprache ist ein Mittel zur Verstandigung der Menschen mit Hilfe lautlicher Zeichen im Rahmen artikulierter Auerungen. Oder man versteht darunter die Gesamtheit der sprachlichen Zeichen und grammatischen Regeln, deren Gebrauch innerhalb der konkreten Sprachgemeinschaft einer Reihe von Konventionen unterliegt. Wahrend das Spiel also sowohl zu der Arbeit als auch zu dem Ernst in antonymischer Beziehung steht und nur innerhalb zeitlicher und raumlicher Grenzen existieren kann, stellt die Sprache ein Organon der menschlichen Kommunikation dar, welches weder lokale oder temporale Begrenzungen erfahrt oder auf spezifische Handlungszusammenhange festgelegt ist. Dennoch dient das Spiel, insbesondere das Schachspiel, vielen Linguisten und Sprachphilosophen als Vergleichs- und Erklarungsobjekt fur unterschiedliche Aspekte der Sprache. Die vorliegende Arbeit betrachtet exemplarisch anhand des Cours de linguistique generale von Ferdinand de Saussure und der Philosophischen Untersuchungen Ludwig Wittgensteins das Erklarungspotential dieser Metapher in Rucksicht auf das komplexe Phanomen Sprache. Dabei werden zugleich die systematischen Orte der einfachen Analogie bzw. des sich verselbstandigen Konzepts des Sprachspiels in den Denkansatzen des Linguisten und des Philosophen beleuchtet.