ISBN-13: 9783110234671 / Niemiecki / Twarda / 2010 / 488 str.
Dokumentiert wird die uber 200-jahrige Tradition der Aufnahme sonder-, fach- und gruppensprachlicher Lexik in allgemeine einsprachige Worterbucher des Deutschen. Im Fokus stehen die mageblichen synchronischen Worterbucher des 18.-20. Jhs.: Adelung; Campe; Sanders; Worterbuch der deutschen Gegenwartssprache; Duden. Das groe Worterbuch der deutschen Sprache. Erweitert wird der zeitliche Rahmen durch den Ausgriff auf die spezielles Wortgut erfassenden Glossare und Worterbucher des 16. Jhs., die Thematisierung der Kunstworter im Programmdiskurs des 17. Jhs. und das Teutsch-Lateinische Worter-Buch (1741) als Voraussetzungen und Einflussfaktoren fur die nachfolgende Kodifizierungspraxis. Basierend auf singularen und vergleichenden Analysen der o.a. Worterbucher werden die Herausbildung eines differenzierten metasprachlichen Begriffsinventars zur diatechnischen Markierung und die Etablierung einer fur die allgemeine Sprachlexikographie charakteristischen Kodifizierungspraxis beschrieben sowie umfassende Daten uber Domanen gewonnen, deren Wortschatze lexikographisch bearbeitet und tradiert werden. Die Befunde zu Konstanz und Wandel der Kodifizierung spezieller Lexik verifiziert eine exemplarische Studie zur Seemannssprache. Flankierend zur lexikographischen Traditionslinie und zum metasprachlichen Diskurs werden terminologische, gegenstandsbezogene und referentielle Aspekte spezieller Wortschatze erortert und in einen breiten Uberblick zur Sondersprachenforschung eingebettet: So zeigt sich, dass es seit Ende des 19. Jhs. unter ethnologisch-anthropologischen, kulturhistorischen, fachlich-pragmatischen und sprachwissenschaftlichen Schwerpunktsetzungen eine intensive Beschaftigung mit dem Gegenstand "spezielle Wortschatze" gibt und dass - quasi parallel zum proklamierten Ziel ihrer lexikographischen Erfassung - eine ungebrochene Tradition zur Reflexion der Differenzierung und Spezialisierung des sozialen Lebens besteht.