ISBN-13: 9783663103752 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 194 str.
ISBN-13: 9783663103752 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 194 str.
"Es ist nonnal verschieden zu sein," so lautet ein zentraler Slogan der Integ rationspadagogik in Deutschland, mit dem versucht wird, die Heterogenitat von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt bildungspolitischer Refle xionen sowie padagogischer Theorie und Praxis zu stellen. Damit erhalten auch Madchen und Jungen mit Behinderungen eine neue Position in den pa dagogischen Debatten uber Differenz und Gleichheit: Statt sie, wie in Regel padagogik und Sonderpadagogik ublich, immer wieder an einem (fiktiven) gesellschaftlichen Durchschnitt erwarteter bzw. erbrachter Leistungen zu messen und ihnen auf dieser Basis institutionelle und individuelle Aussensei terpositionen zuzuweisen, sollen sie, so die Forderung der Integrationspada gogik, nichtbehinderten Madchen und Jungen gegenuber gleichberechtigte Positionen erhalten. Ihre Leistungen sollen, wie auch die aller anderen Kin der und Jugendlichen, nur an ihren eigenen Lernfortschritten gemessen und bewertet werden. Auf dieser Basis, so der Schluss, ist es nonnal verschieden zu sein. Die Integrationspadagogik postuliert hier also eine neue Nonnalitat und stellt diese (diskursiv) der alten, an gesellschaftlichen Durchschnitten orien tierten, Nonnalitat entgegen. Sie kritisiert dabei nicht mehr nur, wie noch in den 1 970er/80er Jahren ublich, die Nonnalitat als gesellschaftliche (Macht-)Strategie zur Definition sozialer Abweichungen, sondern versucht sich selbst in neuen Nonnalitatskonstruktionen. Aber reflektiert sie dabe- im wissenschaftlich umfanglichen Sinne - die allgemeinen Charakteristika und Funktionsweisen von Nonnalitat als einer gesellschaftlichen Diskurs und Machtstrategie? Sabine Lingenauber ist diesen Fragen systematisch nachgegangen."