ISBN-13: 9783638920889 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 72 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universitat Freiburg, Veranstaltung: Literatur zwischen Erinnerung und Fiktion, 15 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Zentrum der vorliegenden Arbeit stehen zwei Texte der deutschen Gegenwartsliteratur, in denen die Autoren sich mit der Vergangenheit ihrer Familien auseinandersetzen. Monika Maron fragt in "Pawels Briefe. Eine Familiengeschichte" (1999) nach dem Schicksal ihres aus einer judischen Familie stammenden Grovaters und seiner Frau im Nationalsozialismus. Uwe Timm beschaftigt sich in "Am Beispiel meines Bruders" (2003) primar mit der Geschichte seines im Zweiten Weltkrieg als Mitglied der Waffen-SS gefallenen Bruders. Beide Autoren sind bei ihrer Spurensuche in der Vergangenheit auf Quellen wie Briefe, Tagebucheintrage und Berichte angewiesen, da sie die betreffenden Personen nie bzw. nur als Kleinkind kennen gelernt haben und so uber keine originaren Erinnerungen an sie verfugen. Mit ihrer Suche nach der eigenen Herkunft befinden sich Maron und Timm im Trend: Friederike Eigler konstatiert eine Flut familiengeschichtlicher Erkundungen und eine neue Popularitat von Generationenromanen in der deutschen Gegenwartsliteratur. Diesen Texten sei gemeinsam, dass die Autoren sich mit dem vielfach gestorten Generationengedachtnis auseinandersetzen und hierbei Dokumenten der Familiengeschichte wie Briefen, Tagebuchern und Fotos groes Interesse entgegengebracht wird. Die Moglichkeit eines direkten Zugangs zur Familiengeschichte wird als illusorisch angesehen, an die Stelle der Authenzitat ruckt die Medialitat von Erinnerung. Bestandteil dieser Familiengeschichten sind ihr zufolge sowohl Aspekte der Geschichte des 20. Jahrhunderts als auch die Thematisierung des Prozesses der Erinnerung selbst.