ISBN-13: 9783638641111 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 56 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: befriedigend, Universitat zu Koln (Institut fur deutsche Sprache und Literatur), Veranstaltung: Hauptseminar: Carmina Burana, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Schlusselstellung, die der Codex Buranus bei der Bewertung der lateinisch-deutschen literarischen Beziehungen im 13. Jahrhundert innehat, ruhrt von der Tatsache, dass sich hier eine groe Anzahl an Liedern findet, die zwar in mittellateinischer Sprache verfasst sind, bei denen jedoch den lateinischen Strophen noch eine Strophe in mittelhochdeutscher Sprache hinzugefugt ist. Dabei handelt es sich um eine auergewohnliche Kombination, die "innerhalb der mittelalterlichen Lyrikuberlieferung ganzlich fur sich steht," wie etwa Udo Kuhne schreibt. Die Funktion der deutschen Strophen wurde in der Forschung unterschiedlich beurteilt. Die altere Forschung sah in ihnen zumeist reine Melodieindikatoren, die keinen anderen Zweck erfullten, als dem Publikum zu signalisieren, auf welche Melodie die vorausgehenden lateinischen Strophen zu singen waren. Dass dies moglich war, so wird vermutet, wurde durch den angenommenen Bekanntheitsgrad des jeweiligen deutschen mehrstrophigen Liedes gewahrleistet, dem sie entnommen waren. Somit wurden die deutschen Strophen einzig und allein als Ausdruck einer musikalischen Praxis gedeutet, auf der Ebene des Inhalt wurde ihnen keinerlei Bedeutung zuerkannt. War zwar nicht zu leugnen, dass sie thematisch zumeist passend gewahlt waren, so beschrankte sich die Analyse darauf, diesen thematischen Bezug festzustellen und fragte nicht weiter nach etwaigen (dramaturgischen) Funktionen dieser Strophen. Diese Arbeit versucht nun nachzuweisen, dass die fraglichen Strophen der Carmina Burana uber ihren moglichen Status als Melodiemuster hinaus auch auf der inhaltlichen Ebene eine wichtige Rolle spielten. Dabei soll nicht verleugnet werden, dass sie fur formale und musikalische Aspekte wichtig