ISBN-13: 9783656110965 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 30 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen (Institut fur Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit der Frage, wie Goethe die Thematik der Opferpraxis in seiner "Iphigenie auf Tauris" behandelt. Obgleich die Menschenopferpraxis der antiken Welt in Goethes "Iphigenie" eine Abwertung und Ablehnung erfahrt, bleibt der durch individuelle Verinnerlichung der Opferpraxis suggerierte Losungsansatz deshalb unsicher, weil der Opferdiskurs keiner vollstandigen Losung zugefuhrt wurde und, wie die Arbeit zu zeigen versucht, keiner vollstandigen Losung zugefuhrt werden kann. Das heit, auch dann, wenn im Aueren auf gewaltsame Menschenopferung verzichtet wird, bleibt der Opfermechanismus erhalten, und zwar in der Konformitatsforderung, um des individuell guten Lebens in der Gemeinschaft willen Opfer zu bringen. Diese Anpassungsnotwendigkeit, die dem aufgeklarten Bewusstsein der Individuen erwachst und in der Einschrankung der personlichen Freiheit besteht, ist das Restopfer, das nach der Moralisierung der Religion und Verinnerlichung des Opfermythos bleibt. Goethes Absicht scheint gewesen zu sein, Iphigenie deshalb nicht als Opfer am Altar sterben zu lassen, weil er auf diese Weise die katholische auf Menschenopfer begrundete Humanitatsvorstellung kritisieren kann.