ISBN-13: 9783640462438 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 32 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 1993 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: sehr gut, Technische Universitat Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Seminar fur Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar: Georg Trakl, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Thema der Arbeit ist von der Trakl-Philologie bisher ubersehen worden. Aber auch Martin Heideggers philosophische Trakl-Auslegung in seinem beruhmten Aufsatz DIE SPRACHE bedenkt bei der Besprechung des Gedichts EIN WINTERABEND anhand der Verse Wenn der Schnee ans Fenster fallt, Lang die Abendglocke lautet lediglich -Schneefall- und -Lauten der Abendglocke-, nicht aber das -Fenster-. Trakl verwendet das Fenster-Motiv in seinem lyrischen Gesamtwerk mit vier Ausnahmen ausschlielich adverbial. Hierin durfte, abgesehen davon, dass -Fenster- im Vergleich zum ubrigen Wortschatz der Traklschen Dichtungen eine eher unscheinbare Vokabel ist, ein Hauptgrund dafur zu sehen sein, dass das Fenster-Motiv, obwohl es mit insgesamt 84 Belegstellen zu den haufigsten Motiven gehort, einen Eindruck von Beilaufigkeit macht und leicht uberlesen wird. Bereits in Trakls erster Prosaveroffentlichung TRAUMLAND (1906) bildet aber das Fenster (neben den Rosen, die der Ich-Erzahler der kranken Maria wiederholt in den Scho legt) das zentrale durchgangige Motiv. Auffallig ist, dass das Fenster-Motiv hier als in sich gedoppelt erscheint, namlich als zwei Orte, die die beiden Handlungspole der Erzahlung ausmachen: a. als der Ort, von dem aus der Ich-Erzahler beobachtet sowie b. als ein zweiter Ort, den der Ich-Erzahler beobachtet. Die Untersuchung weist nach, dass diese spezifische Doppelung des Fenster-Motivs (einerseits Ausgangspunkt, andererseits Zielpunkt der Beobachtung) als paradigmatisch fur die Verwendung des Motivs im Gesamtwerk des Dichters angesehen werden kann. Indem der grammatische und der textuale