ISBN-13: 9783565221370 / Niemiecki / Miękka / 116 str.
Als Berlin 1961 durch die Mauer geteilt wurde, wurde auch das Nervensystem der Stadt durchtrennt: die U- und S-Bahn. Der Stadthistoriker Klaus Wenzel erzählt in "Schatten unter der Stadt" die beklemmende Geschichte der "Geisterbahnhöfe". West-Berliner Linien fuhren durch den Osten, ohne zu halten. Die Bahnhöfe im Ostsektor waren verwaist, dunkel und von DDR-Grenzsoldaten bewacht.Wenzel schildert den surrealen Alltag der West-Berliner Fahrgäste, die täglich durch diese unterirdischen Zeitschleusen fuhren und durch die schmutzigen Scheiben bewaffnete Posten im Halbdunkel sahen. Er beschreibt die Perspektive der ostdeutschen Grenzer, die in den Tunneln eingesperrt waren, um "Republikfluchten" durch das Kanalsystem zu verhindern.Das Buch dokumentiert auch die geheimen Fluchttunnel, die von mutigen Ingenieuren gegraben wurden, und die Wiedereröffnung nach dem Mauerfall, als die Zeitkapseln geöffnet wurden und Werbung aus den 50er Jahren zum Vorschein kam. Ein atmosphärisches Stück Zeitgeschichte über eine Stadt, die oben geteilt, aber unten untrennbar verbunden war.
Züge fuhren durch, aber niemand stieg aus. Die unheimliche Geschichte der verwaisten Bahnhöfe unter der geteilten Stadt.