ISBN-13: 9783695668670 / Niemiecki / Miękka / 620 str.
Ein Soldat kehrt aus Afghanistan zurück. Er hat Anschläge überlebt, Kameraden verloren und geglaubt, das Schwerste liege hinter ihm. Zu Hause beginnt der eigentliche Krieg. Nicht wegen Gewalt. Nicht wegen Vernachlässigung. Sondern wegen eines Systems, das Nähe verwaltet - aber nicht schützt. "Nichts davon war ein Versehen" erzählt die Geschichte von Konrad, Soldat der Bundeswehr, Vater und Bürger. Ein Mann, der Verantwortung übernehmen will - und feststellen muss, dass genau diese Verantwortung zum Streitpunkt wird. Zwischen Auslandseinsätzen, Studium und dem Versuch, ein stabiles Familienleben aufzubauen, entsteht zunächst das, was viele Paare kennen: Alltag, Karriere, Hausbau, ein gemeinsames Kind. Doch kleine Risse werden größer. Aus Streit wird Distanz. Aus Distanz wird Trennung. Was folgt, ist kein sauberer Neuanfang, sondern ein jahrelanger Konflikt um ein Kind. Besuchswochenenden platzen. Zusagen werden zurückgezogen. Aus Begegnungen werden Termine. Aus Gesprächen werden Verfahren. Gerichte, Jugendämter, Gutachten und Verfahrensbeistände treten auf den Plan. Entscheidungen werden "im Namen des Volkes" getroffen - und bleiben doch weit entfernt vom Alltag eines Kindes. Der Roman stellt eine unbequeme Frage: Was passiert, wenn Manipulation leise ist? Wenn psychische Gewalt keine sichtbaren Spuren hinterlässt? Wenn ein narzisstisch geprägtes Verhalten als Fürsorge missverstanden wird? Diese autobiografische Geschichte zeigt, wie ein engagierter Vater Schritt für Schritt aus dem Leben seines eigenen Kindes gedrängt werden kann - ohne formellen Ausschluss, ohne klare Schuldzuweisung, aber mit realen Folgen. Gleichzeitig wirft der Roman einen Blick auf ein System, das eigentlich schützen soll: ein Familienrecht, das Verantwortung fordert, aber Bindung oft nur verwaltet, und Verfahren, die Jahre dauern und enorme psychische und finanzielle Kosten verursachen. Doch diese Geschichte endet nicht nur im Konflikt. Sie erzählt auch von einem Mann, der trotz allem nicht aufgibt, ein neues Leben aufbaut und erkennt, dass Familie manchmal dort entsteht, wo man sie nach einer Niederlage neu schaffen muss. "Nichts davon war ein Versehen" ist ein autobiografischer Roman über Krieg und Heimkehr, über Vaterschaft und Verantwortung - und über die stille Erosion von Nähe. Und über die Frage, wie gerecht ein System sein kann, das Kinder schützt, indem es zusieht.