ISBN-13: 9783663051626 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 302 str.
Markteintritt und Marktaustritt sind die wichtigsten Bestimmungs grunde fur die Existenz von Wettbewerbsmarkten. Die neoklassische Theorie fordert, dass im Gleichgewicht kein potentieller Eindringling den Eintritt und keine bestehende Firma den Austritt profitabel findet. Betrachten die Unternehmen die Marktpreise als gegeben -und das tun sie ja im Spielplan des neoklassischen Marktgleichgewichts -, so bedeutet das fur den Eintritt: Ein potentieller Eindringling bleibt draussen, wenn der Preis nicht hoher als die minimalen Durchschnitts kosten ist. Und fur den Austritt: Eine bereits auf dem Markt agierende Firma, ein potentieller Austreter also, bleibt, wenn der Preis nicht unter den minimalen Durchschnittskosten liegt. Folglich ist der Preis im Gleichgewicht gleich den minimalen Durchschnittskosten. Das bekannte Ergebnis der Gleichgewichtstheorie, diesmal hergeleitet von den Bedingungen fur Ein- und Austritt, also von den Bedingungen potentieller Konkurrenz. Wieder einmal hatte die neoklassische Gleichgewichtstheorie alles geregelt (diesmal potentieller Ein- und Austritt, potentielle Konkurrenz), allerdings auch hier auf der Ebene von Gleichgewichts bedingungen, empirisch nicht fassbar und ohne Folgen fur wettbe werbspolitisches Handeln. Nun ist die neoklassische (Selbst)sicherheit bereits fruh herausgefordert worden durch die Oligopoltheorie. Man braucht nicht bis zum fruhen Vorlaufer Cournot (1828) zuruckzugehen, selbst wenn man die Robinson-Chamberlin-Kontroverse der dreissiger Jahre nimmt, bleibt es erstaunlich, dass das Konzept des potentiellen Wettbewerbs in der Oligopol- und der Monopoltheorie erst in den funfziger Jahren systematisch behandelt wird."