Das Jüngste Gericht ist in der deutschsprachigen Literatur und Predigt ungebrochen in allen Jahrhunderten des Mittelalters ein beliebtes Thema. Im Laufe der Zeit verändern sich die Darstellungen allerdings erheblich. Wann die einschlägigen Neuerungen einsetzen und ob sie den Gedanken an Gnade oder an Gerechtigkeit forcieren, läßt sich maßgeblich am Wandel des Christusbildes, an der Gestaltwerdung des Teufels und an imponierenden Auftritten von Maria ablesen. Sämtliche Verschiebungen sind der Eschatologisierung zentraler Anliegen der christlichen Spiritualität verpflichtet und spiegeln...
Das Jüngste Gericht ist in der deutschsprachigen Literatur und Predigt ungebrochen in allen Jahrhunderten des Mittelalters ein beliebtes Thema. Im La...
Die in der vorliegenden Publikation von Viten und anderen literarischen Denkmälern abgegrenzte spätmittelalterliche Passionsliteratur überzeichnet bekanntlich das Leiden Christi drastisch. Dazu leistet Maria einen großen Beitrag. Analog zu Jesu natürlicher Angst einerseits und Opferbereitschaft andererseits befindet sich Maria in einem Konflikt. Aus Liebe zum Sohn ist sie gegen, aus Liebe zu den erlösungsbedürftigen Menschen jedoch für den Kreuzestod. Jesu soteriologische Entscheidung löst in Maria ein ambivalentes Verhalten aus. Sie unterstützt den Sohn zwar fürsorglich, belastet...
Die in der vorliegenden Publikation von Viten und anderen literarischen Denkmälern abgegrenzte spätmittelalterliche Passionsliteratur überzeichnet ...