Von Wieland über Goethe und Zola bis Amanda Gorman - warum interessieren wir uns für das politische Urteil von Autorinnen und Autoren?
Wer Romane, Gedichte oder Theaterstücke schreibt, gilt oft auch als versiert in Fragen der Politik. Warum eigentlich? Schließlich kennen wir so einige Romanciers an der Seite von Autokraten, Lyrikerinnen, die Diktatoren preisen, von Antisemiten ganz zu schweigen. Manchmal schreiben sie Polit-Kitsch, manchmal aber auch wirklich große Literatur. Jochen Hörisch verfolgt die Liaison der Poeten mit der Politik von Wieland über Goethe und Zola bis...
Von Wieland über Goethe und Zola bis Amanda Gorman - warum interessieren wir uns für das politische Urteil von Autorinnen und Autoren?
Nach »Brot und Wein - Die Poesie des Abendmahls« (es 1692) und »Kopf oder Zahl - Die Poesie des Geldes« (es 1998) legt Jochen Hörisch nun den letzten Band seiner Trilogie über die Leitmedien der abendländischen Kultur vor. In »Ende der Vorstellung - Die Poesie der Medien« zeigt er, daß in unserer Informationsgesellschaft die audiovisuellen Medien inzwischen das Geld und das Abendmahl als ontosemiologische (also Sein und Sinn aufeinander beziehende und soziale Synthesis herstellende) Leitmedien abgelöst haben. Wie einst die Münze die Hostie überformt und weitgehend marginalisiert...
Nach »Brot und Wein - Die Poesie des Abendmahls« (es 1692) und »Kopf oder Zahl - Die Poesie des Geldes« (es 1998) legt Jochen Hörisch nun den let...
Die Literatur zu den kanonischen Bildungsromanen von Goethe, Keller und Thomas Mann ist kaum mehr überschaubar. Sie hat diese Romane jedoch nicht etwa verständlich, sondern vielmehr unlesbar gemacht. Sie hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die irritierenden Einsichten aus "Wilhelm Meisters Lehrjahren", aus dem "Grünen Heinrich" und aus dem "Zauberberg" systematisch verdrängt, anstatt sie mit tiefsitzenden Vorurteilsstrukturen zu konfrontieren. Deshalb unternimmt Hörischs Arbeit den Versuch, die vermeintlich vertrautesten Bildungsromane gegen den Strich ihrer etablierten Deutung zu...
Die Literatur zu den kanonischen Bildungsromanen von Goethe, Keller und Thomas Mann ist kaum mehr überschaubar. Sie hat diese Romane jedoch nicht etw...
Hörisch, Jochen, Quante, Michael, Sloterdijk, Peter
Identität ist zu einem Modebegriff geworden. Doch auch wenn Begriffe wie Geschlechtsidentität und kulturelle Identität zurzeit in vieler Munde sind, gilt es zuvorderst ein Missverständnis auszuräumen: So wie Liebe weitaus mehr ist als Sex, ist Identität mehr als Geschlechtsidentität und kulturelle Identität etwas anderes als die genetisch definierte Zugehörigkeit zu einer Ethnie. Identität ist die Spannung zwischen dem, was wir sind und dem, was wir sein wollen. Gleichwohl ist Identität keine ausschließliche Privatsache. Unsere jeweilige Identität bildet sich in...
Identität ist zu einem Modebegriff geworden. Doch auch wenn Begriffe wie Geschlechtsidentität und kulturelle Identität zurzeit in vieler Munde sind...
Wer die Grenzen von Disziplinen überschreitet, wird zumeist misstrauisch beobachtet. In universitären Gefilden, und selbst in den Geisteswissenschaften, ist Überspezialisierung allemal karrieretauglicher als ein weiter Blick. Zu wirklich neuen Erkenntnissen gelangt man aber nur, wenn man mit Distanz auf ein Fach blickt. Jochen Hörischs Essays - unter anderem zur Psychoanalyse des Eigennamens, zum Rechtspopulismus, zur Freundschaft im Internetzeitalter, zur Irrationalität des Geldes und zur Gendersprache - eröffnen überraschende Einblicke in vermeintlich vertraute Sphären. Jochen...
Wer die Grenzen von Disziplinen überschreitet, wird zumeist misstrauisch beobachtet. In universitären Gefilden, und selbst in den Geisteswissenschaf...