Mitunter scheint es angezeigt, einen Zwischenhalt einzulegen, auf Reisen so gut wie im Leben schlechthin. Nicht von ungefahr hat Martin Andreas Walser seinem neuesten Buch also den Titel Zwischenhalt gegeben. In ihm hat der Autor Notizen, Gedanken und Texte gesammelt, die dem Ordnungsprinzip Schreiben, Sein, Liebe, Unterwegs und Zeit gehorchen, ohne sich ihm sklavisch zu unterjochen. Ernstes und Besinnliches wechselt sich dabei ab mit Heiterem, denn, schreibt Walser an einer Stelle: Was ware das Leben, steckte es bloss voller Schwermut, voller Sorgen, ernster Gedanken. Es sind die Liebe und...
Mitunter scheint es angezeigt, einen Zwischenhalt einzulegen, auf Reisen so gut wie im Leben schlechthin. Nicht von ungefahr hat Martin Andreas Walser...
Robert, die Hauptperson in Martin Andreas Walsers neuester Erzahlung Die Notizen des Verstummten, hat sich aus freien Stucken in eine Institution zuruckgezogen, wo er unbehelligt vom Larm und der Betriebsamkeit der heutigen Welt lebt, nachdenkt und seine Gedanken seinen schwarzen Notizbuchern anvertraut: Ich habe laut gelebt, nun geniesse ich es, ganz leise durch die Tage zu gehen, schreibt er, der Literat genannt wird: Irgendwann muss es einfach genug sein mit all dem Plappern und Nachplappern, mit all diesem gedankenlosen Dahergerede, mit diesen derart leicht zu durchschauenden Lugen. Sie...
Robert, die Hauptperson in Martin Andreas Walsers neuester Erzahlung Die Notizen des Verstummten, hat sich aus freien Stucken in eine Institution zuru...
Thomas Wiederkehr hat alles unter Kontrolle, Arbeits- und Privatleben halt er strikt getrennt, kaum jemand weiss, was er tut, wenn er das Buro verlasst. Und mittlerweile hat er begonnen, sich auf die Zeit nach seiner Pensionierung in rund vier Jahren vorzubereiten. Da stosst er, ein winziger Moment der Unaufmerksamkeit, auf einem der Flure im Unternehmen mit einer jungen Frau zusammen. Er entschuldigt sich, sie provoziert ihn: Ich nehme die Entschuldigung nur an, wenn Sie mich zum Kaffee einladen. Sein Verstand sagt ihm, dass er sich nicht in diese junge Frau verlieben soll, und selbst sein...
Thomas Wiederkehr hat alles unter Kontrolle, Arbeits- und Privatleben halt er strikt getrennt, kaum jemand weiss, was er tut, wenn er das Buro verlass...
Felix Amboden, zweiundfunfzig Jahre alt, einhundertachtundsiebzig Zentimeter gross, zweiundachtzig Kilo schwer (gestern gewogen, am fruhen Morgen und vor dem Fruhstuck, wie immer zur exakt gleichen Zeit), unverheiratet, kinderlos. Seit das mit Lydia geschah, wohnt er im karg moblierten Appartement Elf D in Haus II der Siedlung Am Bach, einer gesichtslosen Uberbauung, bestehend aus vier langgezogenen, je funfzehn Stockwerken hohen Wohnblocks. Sie stehen just an der Stelle, wo sich einst das kleine Arbeiterhauschen seines Grossvaters befand. Dieses Leben in der Anonymitat ist ihm angenehm, er...
Felix Amboden, zweiundfunfzig Jahre alt, einhundertachtundsiebzig Zentimeter gross, zweiundachtzig Kilo schwer (gestern gewogen, am fruhen Morgen und ...