»Die Gedichte von Rainer Maria Rilke sind sprachliche Tonkunst. Doch hat ihre Musikalität zugleich eine Eigenart, die ich so von keinem anderen Dichter kenne: Sie ist verwoben in dichte Bilderfolgen, und so beginnt sich das Sichtbare mit den Klängen zu regen und zu bewegen, und Rilkes Verse werden zu Tänzen. Sie erinnern aus der Ferne des zwanzigsten Jahrhunderts die archaische Einheit, die mit dem griechischen choros im kultischen Theater gemeint war. Der Chor sang und sprach und kreiste in Reigen in eins auf der Bühne. Rilkes Versfüße tanzen in den freien Metren geschmeidig und...
»Die Gedichte von Rainer Maria Rilke sind sprachliche Tonkunst. Doch hat ihre Musikalität zugleich eine Eigenart, die ich so von keinem anderen Dich...
"Die Gedichte Adam Zagajewskis sind beweglich wie Türangeln. Aus dem Alltäglichen heraus eröffnen sie neue Räume, die unsere Ängste und Hoffnungen wie in einer anderen Dimension spiegeln. Immer kann da mehr sein: Es sind Möglichkeitsräume, Räume voller Sinnlichkeit, Mystik, Geschichte. Erfasst werden sie durch einen zärtlichen Blick auf das, was wir nicht sehen wollen oder können, im Vorbeigehen eröffnet, als hätte die Oberfläche der Welt mit einem Mal einen kleinen Riss, durch den Licht eindringt. Halten wir inne. Bleiben wir mit Adam Zagajewski noch einen Moment in diesem...
"Die Gedichte Adam Zagajewskis sind beweglich wie Türangeln. Aus dem Alltäglichen heraus eröffnen sie neue Räume, die unsere Ängste und Hoffnunge...
Ein Leser schrieb mir einmal, er nehme eine gewisse Hast in meinen Gedichten wahr. Das gefiel mir. Ich dachte dabei an den von mir häufig eingesetzten Versfuß des Daktylus, den Neigungswinkel und das Gefälle zwischen der betonten Silbe und den beiden unbetonten Folgesilben, an ein Fahrrad ohne Bremse, das einen Hang hinunterfährt und schneller und schneller wird. Und dann auch an eine näher rückende Zukunft und an eine im Rücken drängelnde Vergangenheit - an eine Gegenwart also, die nicht mehr viel Spiel hat. »Es drängt dich zu schreiben / Als ob du mit dem Leben im Rückstand...
Ein Leser schrieb mir einmal, er nehme eine gewisse Hast in meinen Gedichten wahr. Das gefiel mir. Ich dachte dabei an den von mir häufig eingesetzte...