In der frühen Sowjetunion kursierten zahlreiche Broschüren mit Gerichtstheaterstücken, in denen Alkoholiker, Wunderheilerinnen, Mücken oder gar Gott vor Gericht standen. Die teils komischen, teils grotesken Stücke, die Laien in Dörfern oder Fabriken aufführten, offenbaren eine für die postrevolutionären 1920er Jahre typische Ambivalenz: Sie oszillieren zwischen Ideen der Selbstermächtigung und einem brutalen Projekt der Disziplinierung und Säuberung. Gianna Frölicher zeigt, wie in diesem Genre im Zuge der Totalitarisierung unter Stalin die Grenzen zwischen Theater und Gericht...
In der frühen Sowjetunion kursierten zahlreiche Broschüren mit Gerichtstheaterstücken, in denen Alkoholiker, Wunderheilerinnen, Mücken oder gar Go...
In einer globalisierten Welt, am Ende der nationalen grand récits, bewegen sich Literaturen in ästhetischen Räumen, vielfach angesiedelt zwischen Sprachen und Kulturen. Wie tragen Konzepte wie Transnationalität, Literaturen der Welt, Kreolisierung und diachrone Interkulturalität dazu bei, Literaturen der Gegenwart zu verstehen? Inwiefern eröffnen postkoloniale Perspektiven eine Zukunft jenseits von literarischen Nationalismen und kulturellen Hegemonien? Die Beiträger*innen des mehrsprachigen Bandes untersuchen diese Fragen vor dem Hintergrund transnationaler und -kultureller...
In einer globalisierten Welt, am Ende der nationalen grand récits, bewegen sich Literaturen in ästhetischen Räumen, vielfach angesiedelt zwischen S...
Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Kulturtechnik Lesen in unserer Gesellschaft konfrontiert und was wissen wir darüber? Die Beiträger*innen des interdisziplinären Netzwerks Leseforschung versammeln eine Vielzahl kursierender »Mythen« des Lesens mit dem Ziel, vorherrschende Meinungsbilder einer kritischen und wissenschaftlich fundierten Betrachtung zu unterziehen. Dazu zeigen sie auf, welche Haltungen und Erwartungen das Lesen begleiten und von welchen gesellschaftlichen Gemeinplätzen Lesetätigkeiten, der Buchmarkt sowie unterschiedliche Medien der Literaturrezeption bestimmt...
Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Kulturtechnik Lesen in unserer Gesellschaft konfrontiert und was wissen wir darüber? Die Beiträger*inne...
Für Leben und Werk des Dichters und Kunstkritikers Charles Baudelaire (1821-1867) spielt Paris, das mit den baulichen Veränderungen unter Napoleon III. und Haussmann zur Metropole wird, eine zentrale Rolle. Baudelaire entwirft Denkbilder städtischer Moderne, wenn er etwa die Anschauung der Menge in eine bedrohliche Meereskulisse verwandelt. Das Ich, vorgestellt im Gefährt des Schiffes, droht unterzugehen. Die Beiträge des Bandes stellen Baudelaires Analyse zeitgenössischer Lebenswelt neu vor. Dabei finden rezeptionsgeschichtliche Perspektiven auf sein Werk ebenso Berücksichtigung wie...
Für Leben und Werk des Dichters und Kunstkritikers Charles Baudelaire (1821-1867) spielt Paris, das mit den baulichen Veränderungen unter Napoleon I...
Wie lassen sich romanistische und politische Themen zusammendenken? Die Beiträger*innen suchen nach möglichen Verschränkungen beider Bereiche und vereinen dazu Zugänge der Literatur-, Sprach-, Kultur- und Übersetzungswissenschaft aus Frankreich, Spanien sowie Italien. Mit Blick auf Theorie, Literatur, politische Reden, Filme und Ausstellungen machen sie damit von Agamben, Amenábar und Ernaux über Le Pen, Pasolini und Postkolonialismus bis zur Fachgeschichte der Queer Studies das Potenzial der Romanistik zur Analyse der Gegenwart sichtbar.
Wie lassen sich romanistische und politische Themen zusammendenken? Die Beiträger*innen suchen nach möglichen Verschränkungen beider Bereiche un...
Wie interagieren Geschlecht und das Heilige in der legendarischen Literatur des Spätmittelalters? Peter Somogyi untersucht zwei kaum erforschte Legenden des 15. Jahrhunderts über den heiligen Georg, den berühmten Drachentöter und großen Märtyrer der Christenheit, und analysiert, wie Figurengeschlechtlichkeit zu einer Neubeschreibung von Heiligkeit beiträgt. Er zeigt, dass nicht nur die Heiligkeit, sondern auch Größen wie das moralisch Böse und das ethisch Gute - erkennbar in Gegen- und Nebenfiguren - maßgeblich von der Kategorie Gender geprägt sind. Die Verbindung von...
Wie interagieren Geschlecht und das Heilige in der legendarischen Literatur des Spätmittelalters? Peter Somogyi untersucht zwei kaum erforschte Le...
Die Romane des sozialen Realismus reagieren auf die verheerenden Folgen der Weltwirtschaftskrise ab 1929, indem sie soziale, politische und ökonomische Strukturen ins Zentrum ihrer Darstellung rücken. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Analyse der Wechselwirkungen von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Möglichkeitsräumen. Um diese analytische Dimension greifbar zu machen, führt Simon Schkade in das Konzept des Strukturromans ein. Dabei rückt er sowohl die politischen Weichenstellungen der frühen Weimarer Republik (1918-1923) als auch die zunehmende...
Die Romane des sozialen Realismus reagieren auf die verheerenden Folgen der Weltwirtschaftskrise ab 1929, indem sie soziale, politische und ökonom...