Nach der Renaturierung ist die Emscher endlich wieder ein Fluss. Im gesamten 20. Jahrhundert diente sie jedoch als Abwasserkanal und leitete in Betonschalen gelegt den städtischen und industriellen Schmutz in den Rhein. Lutz Budrass und Eva-Maria Roelevink fügen der inzwischen reichlich romantisierten Geschichte des »Ruhrgebiets« einen neuen Punkt hinzu, indem sie zeigen, dass die Emschergenossenschaft als dessen eigentliche Begründerin zu betrachten ist: Als Hybrid organisierte und legitimierte sie die sozialräumliche Segregation im Industriebezirk - und war so weitaus mehr als ein...
Nach der Renaturierung ist die Emscher endlich wieder ein Fluss. Im gesamten 20. Jahrhundert diente sie jedoch als Abwasserkanal und leitete in Bet...
Innerhalb des deutschen Judentums der Weimarer Republik waren die nationaldeutschen Juden nur eine kleine Minderheit - trotzdem war ihre Agitation lautstark und kontrovers. Die Gruppe vertrat einen vehementen deutschen Nationalismus und ist politisch im nationalliberalen bis rechtsradikalen Spektrum zu verorten. Die Beiträger*innen liefern sowohl einen Überblick über die Geschichte des nationaldeutschen Judentums als auch eine Analyse seiner politischen Ideen, seiner Beziehungen zu anderen jüdischen Gruppen im Deutschen Reich und seiner wichtigsten Protagonisten. Damit rückt eine...
Innerhalb des deutschen Judentums der Weimarer Republik waren die nationaldeutschen Juden nur eine kleine Minderheit - trotzdem war ihre Agitation ...
New York, 1951: 69 Kunstschaffende verwandeln ein verlassenes Loft in die Bühne der legendären Ninth Street Show. Die Ausstellung wurde zum Symbol künstlerischer Selbstbestimmung in einer ideologisch aufgeheizten Epoche. Marie Zoé Constant folgt dem Widerspruch zwischen ikonischer Freiheitserzählung und staatlicher Überwachung in den USA, den sie anhand der Ninth Street Show als Ort kultureller Verdichtung beleuchtet. Mit Fokus auf Biografien, Mythen und Machtstrukturen erzählt sie die Geschichte einer Avantgarde, die inmitten der Polarität des Kalten Krieges zwischen Angepasstheit...
New York, 1951: 69 Kunstschaffende verwandeln ein verlassenes Loft in die Bühne der legendären Ninth Street Show. Die Ausstellung wurde zum Symbo...
Von 1941 bis 1945 leisteten sowjetische Kriegsgefangene des Stalag 326 (VI K) in Ostwestfalen-Lippe Zwangsarbeit. In Arbeitskommandos eingeteilt, arbeiteten sie in der Forstwirtschaft, der Industrie und der Landwirtschaft. Clara Camille Held zeigt, dass die Menschen der Region unmittelbar daran beteiligt waren - sei es als Zeugen, Arbeitgebende oder Mitwirkende bei der Organisation und Durchführung. Dadurch wird die Zwangsarbeit sowjetischer Kriegsgefangener und die Beteiligung der Deutschen zu einem verflochtenen Teil der deutschen und regionalen NS-Geschichte.
Von 1941 bis 1945 leisteten sowjetische Kriegsgefangene des Stalag 326 (VI K) in Ostwestfalen-Lippe Zwangsarbeit. In Arbeitskommandos eingeteilt, a...
Anna Georgiev rekonstruiert den einzigartigen Fall einer anvisierten Restitution nach dem Zweiten Weltkrieg: Eine mutmaßlich durch deutsche Truppen auf den Kanalinseln beschlagnahmte Dose Georges IV. wird durch eine von der britischen Besatzungsmacht festgesetzte Tabakdose Friedrichs II. ersetzt und nach Großbritannien überführt. Diese Dose wird zum Politikum. Im Rahmen der Bemühungen um Rückerstattung durch die Hohenzollern trägt Kanzler Adenauer maßgeblich zu einer Befriedung der Angelegenheit bei. Bei der Tabatière Friedrichs II. handelt es sich indes nicht um Privateigentum,...
Anna Georgiev rekonstruiert den einzigartigen Fall einer anvisierten Restitution nach dem Zweiten Weltkrieg: Eine mutmaßlich durch deutsche Truppe...
Um das Jahr 1800 herum wird Jugend zunehmend zum Ziel neuer erzieherischer Forderungen. In Zeiten einer vermeintlich wachsenden Kriminalität junger Menschen rücken Altersgrenzen und Erziehungsverhältnisse in den Fokus - so soll z.B. die richtige Erziehung vorbeugend wirken. Die Beiträger*innen des Bandes betrachten die Konzepte und Ansprüche gegenüber jugendlicher Devianz und Delinquenz in der sogenannten »Sattelzeit« (1750-1850). Dabei gehen sie auf Quellen ein, die in unterschiedlichen Zusammenhängen zeigen, wie »verwahrloste« Jugendliche zum Problem erhoben wurden, dem u.a....
Um das Jahr 1800 herum wird Jugend zunehmend zum Ziel neuer erzieherischer Forderungen. In Zeiten einer vermeintlich wachsenden Kriminalität junge...
Wie wurde japanischer Kampfsport im Deutschen Reich betrieben? Marcus Coesfeld bietet erstmals eine umfassende Darstellung von Jiu-Jitsu und Judo in Deutschland und zeichnet von den Anfängen um 1905 bis zum Verbot 1945 nach, wie die japanischen Kampfsportarten eingeführt, verändert und politisch instrumentalisiert wurden. Auf Basis bislang unbekannter Quellen erzählt er die Geschichte eines Kulturtransfers zwischen Faszination, Anpassung und Ideologie. So eröffnen sich neue Perspektiven auf Sport, Politik und Gesellschaft in einer bewegten Epoche - und darauf, wie eng Körperkultur...
Wie wurde japanischer Kampfsport im Deutschen Reich betrieben? Marcus Coesfeld bietet erstmals eine umfassende Darstellung von Jiu-Jitsu und Judo i...