Shel Trapp (1935-2010) war ein angesehener US-amerikanischer Community Organizer und großartiger Taktiker und Stratege. Er bildete unzählige Organizers aus - darunter auch einige, die in Deutschland leben und arbeiten und sich in diesem Buch zu Wort melden - und half dabei, mehrere Community Organizations zu gründen, u.a. die National Peoples Action (NPA), das National Training and Information Center (NTIC) oder die Organisation ADAPT, die sich für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt.Trapp - so wollte er angeredet werden - war kreativ und unermüdlich, immer auf der Suche nach neuen Ansätzen und stets offen für die Belange, Sorgen und Ideen der Menschen in den Stadtteilen und Nachbarschaften. Hinter seiner oft rauen Sprache war er ein einfühlsamer Mensch, der in der Entwicklung des "menschlichen Geistes" und der "inneren Haltung" den Weg sah, die Macht aufzubauen, die erforderlich ist, um gegen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft erfolgreich anzugehen.
Das Jane Addams Zentrum e. V. (jaz) wurde 2011 von Münchnerinnen und Münchnern gegründet, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagierten. Dem Vorbild von Jane Addams und Hull House in Chicago folgend, sehen wir den Leitfaden unserer Arbeit darin, das gesellschaftliche Leben aller von vornherein zu ermöglichen, Defizite zu erforschen und zu skandalisieren. Unser Auftrag ist es, die aktive Teilhabe am Gemeinwesen insbesondere von älteren Menschen, Migrant*innen, Geflüchteten, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit wenig Geld zu unterstützen. Unser Verein verfolgt dieses Ziel vor Ort im Stadtteil und Quartier durch Community Organizing, Beratung und Coaching. Dort können wir am besten die Kontinuität der Beratung und Unterstützung von Geflüchteten sichern. Wir erreichen dies durch die Erschließung von Räumen für ehrenamtliche Betreuung, Beratung, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit sowie Anwerbung, Schulung, Coaching und Supervision von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und die Initiierung, Begleitung und Durchführung von Foren und Projekten zur Hilfe zur Selbsthilfe von verfolgten und geflüchteten Menschen. Durch Förderung und Weiterentwicklung von Community Organizing als partizipatorischem Handlungsansatz und den Aufbau von nachhaltigen Organisationen sowie Koalitionen mit Verbündeten strebt jaz die Verbesserung von Lebensqualitäten im Quartier und den Zugang zu kommunalen Entscheidungsträger*innen an. Durch Lehrveranstaltungen, Forschung, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit wollen wir eine breitere Basis bilden, Gerechtigkeit und Solidarität fördern und demokratische Machtstrukturen aufbauen. Wir sind Mitglied bei FOCO, denn durch die Koalition mit Verbündeten und anderen Organisationen sind wir stärker, erreichen eine größere Bandbreite von Personen und unser Wort hat mehr Gewicht in der Politik und Öffentlichkeit.
Das Forum Community Organizing e.V. (FOCO) verbreitet seit 1993 die Idee von Community Organizing in Deutschland und Europa. Hieraus hat sich eine vielfältige Praxis etabliert. FOCO hat so Wesentliches dazu beigetragen, dass Community Organizing sowohl als methodische Herangehensweise als auch als spezifische Haltung in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Dabei versteht sich FOCO als ein Forum für unterschiedliche Ansätze von Community Organizing.In diesem Sinne berät und unterstützt FOCO Einzelpersonen und Initiativen, die durch den Aufbau eigenständiger Organisationen sowie unter Rückgriff auf Strategien aus dem Community Organizing nachhaltige Bürger*innenbeteiligung umsetzen wollen. Dies erfolgt einerseits durch persönliche Prozessbegleitung vor Ort, andererseits aber auch im Rahmen von lokalen, regionalen oder nationalen Trainings. Darüber hinaus wirkt FOCO als ein bundesweites Forum und Netzwerk zum Austausch von Ideen, praktischen Erfahrungen und best-practice-Beispielen zu Community Organizing. Die Arbeit von FOCO basiert auf den Werten von Gerechtigkeit, Solidarität, demokratischer Partizipation der Menschen, Anerkennung von Verschiedenheit sowie Gewaltfreiheit. Zielgruppen von FOCO sind sowohl die unmittelbar vor Ort handelnden Akteur*innen als auch Professionelle aus sozialen Berufen sowie weitere interessierte Personen, die sich für die Entwicklung und Vermittlung von Verfahren zur Realisierung von mehr Basisdemokratie einsetzen wollen.