ISBN-13: 9783838625874 / Niemiecki / Miękka / 2000 / 96 str.
Inhaltsangabe: Einleitung: Bereits zu Lebzeiten des Autors ruft das Dekameron die Opposition des Klerus hervor. 1362 erscheint bei Boccaccio der Monch Ciani und kundigt ihm auf Grund der Prophezeiung eines verstorbenen Mitbruders nahen Tod und Verdammnis an, falls er sein bisheriges Leben nicht andere. Ohne das Einschreiten Petrarcas hatte Boccaccio sein Werk zerstort. Ein erster Hohepunkt der Verfolgung des Dekameron ist die von Savonarola veranstaltete offentliche Verbrennung des Buches im Jahr 1477, sechs Jahre nach seinem Erstdruck. Ein erstes offizielles Verbot des Dekameron erlat die Kirche erst 1559. Die drei nach dem Konzil von Trient erschienen zensierten Fassungen stellen eine deutliche Zasur in der Editionsgeschichte des Dekameron dar. Niemals zuvor war es von seinen Herausgebern inhaltlich so stark verandert, ja entstellt und verstummelt worden. Gleichzeitig waren aber die Ausgaben von 1573 und 1582 an den Stellen, an denen der Text von keinen Eingriffen betroffen war, die zuverlassigsten bis dahin erschienenen Drucke. Ihre Herausgeber Borghini und Salviati dokumentierten ihre textkritische Arbeit in Kommentarbanden, die zu den Hohepunkten der Boccaccio-Rezeption des Cinquecento gerechnet werden. Diese scheinbar widerspruchliche Behandlungsweise des Textes resultiert nur teilweise aus den unterschiedlichen Interessen, die die kirchlichen Autoritaten einerseits und die deren Bestimmungen Umsetzenden hatten: Zwar fuhrten die deputati und ihr erster Vorsitzender Borghini die erste rassettatura nur widerstrebend aus, doch lat sich nicht leugnen, da ihre Nachfolger Salviati und Groto sich selbst darum bemuht hatten, mit der Revision des Werkes beauftragt zu werden, und dies, obwohl sie erklarte Bewunderer Boccaccios waren. Im spaten Cinquecento war Boccaccios Sprache - nicht zuletzt dank der Autoritat der Prose della volgar lingua Bembos - allgemein als vorbildlich fur die italienische Prosa anerkannt. Die purita der florentinischen Sprache mute zur Ze