ISBN-13: 9783565209125 / Niemiecki / Miękka / 148 str.
Heute duschen wir täglich, doch jahrhundertelang galt Wasser als tödliche Gefahr, die die Poren für Krankheiten öffnet. Der Kulturhistoriker Klaus Geier erzählt in "Der Kampf gegen den Schmutz" die oft unappetitliche, aber faszinierende Geschichte der menschlichen Hygiene - von den parfümierten Perücken des Adels, unter denen es wimmelte, bis zur Erfindung der Kanalisation.Geier beleuchtet den dramatischen Wandel im 19. Jahrhundert, als Ärzte wie Ignaz Semmelweis verspottet wurden, weil sie behaupteten, unsichtbare "Tierchen" würden Frauen im Kindbett töten. Das Buch zeigt, wie Hygiene nicht nur eine medizinische, sondern eine soziale Revolution war: Die "Kehrwoche" und das saubere Hemd wurden zu Symbolen bürgerlicher Moral.Dabei geht es nicht nur um Seife. Geier analysiert, wie die Angst vor Gestank die moderne Stadtplanung (breite Boulevards für Luftzirkulation) prägte. Ein Blick auf die Geschichte unseres intimsten Alltags, der zeigt, dass unser heutiges Sauberkeitsempfinden eine sehr junge Erfindung ist.
Wasser galt als Gift und Parfüm ersetzte die Dusche. Wie wir lernten, uns zu waschen, und damit den Tod besiegten.