ISBN-13: 9783656593546 / Niemiecki / Miękka / 2014 / 20 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Literaturwissenschaft - Mittelalterliche Literatur, Note: 1,0, Universitat Bayreuth, Veranstaltung: Einfuhrungsseminar "Literatur und Gesellschaft des Mittelalters," Sprache: Deutsch, Abstract: "Auf die Frage, worin die eheliche Liebe besteht, erhalt man nur in Bezug auf Enites Part eine genauere Antwort. Die eheliche Liebe der Frau ist die vollige Hinordnung des eigenen Lebens auf den Mann bis zur Selbstaufgabe, ist Gehorsam, Ergebenheit und Bewunderung, aber auch Mitverantwortung und Einsatzbereitschaft fur das Wohl und Wehe des Mannes."(Bumke, Joachim (2006): Der "Erec" Hartmanns von Aue. Eine Einfuhrung. Berlin: de Gruyter (DeGruyter-Studienbuch). S.111) Mit diesen Worten beschreibt Joachim Bumke das Verhaltnis Erecs und Enites in der Ehe. Tatsachlich ist dies auch meine Ausgangsannahme, als ich mit der Lekture des "Erec" Hartmanns von Aue beginne. Ausgehend von dieser Annahme, zeichnet sich schnell ein Bild des Machtverhaltnisses der beiden Figuren in meinem Kopf: Wie das oben beschriebene Ehebild nahe legt, setze ich die Ehe Erecs und Enites mit einem Verhaltnis des allwissenden und klugen Erecs und der, zum Gefolge verpflichteten Enite. Auch als ich das Buch am Ende aus der Hand legte, hat sich dieses Bild in meinem Kopf kaum verandert. Doch irgendetwas storte mich. Ich fand nur nicht heraus, was. Als im Seminar im Zusammenhang mit der wiederherzustellenden Ehre Erecs die Idee aufkommt, Erec sei nur eine Art Marionette, sei "nur" der aktiv Handelnde im gleichnamigen Text uber seine "Aventiure," werde ich stutzig: Schien der Text mir bis dahin doch immer eine recht eindeutige Lobpreisung Erecs kuhner Erlebnisse, so stieen mich die Erkenntnisse dieser Sitzung in eine vollkommen andere Richtung. Als indirekt handelnde Personlichkeit trat nun, entgegen meinem bisherigen Bild, die Ehefrau Enite, in den Vordergrund.