ISBN-13: 9783656959267 / Niemiecki / Miękka / 2015 / 88 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen, Universitat Hamburg, Sprache: Deutsch, Abstract: 20. Marz 1995, Paris. Lars von Trier lasst vom Rednerpult rote Flugblatter in die Menge der europaischen Filmschaffenden segeln. Gerade wird der hundertste Geburtstag des Films gefeiert, als vier danische Regisseure mit ihrem Manifest Dogma 95 gegen die kunstliche, unrealistische Art der Filmemacherei rebellieren. Sie legen ein zehn Regeln umfassendes Gelubde vor und behaupten, dank dieser Regeln bessere Filme machen zu konnen. Von der Filmbranche - von Filmkritikern, anderen Regisseuren - wird das Dogma 95-Manifest sehr unterschiedlich aufgenommen. Die einen verachten das Manifest als arrogantes Luftschloss und naive Spinnerei, wahrend andere es als Befreiung von den alten Regeln und als Innovation der Filmemacherei feiern. Seit der Verkundung des Manifestes sind zehn Jahre vergangen, in denen rege daruber debattiert wurde, ob die Dogma 95-Asthetik nun gut oder schlecht sei und ob und inwiefern Dogma 95 zu einer "Weiterentwicklung des filmischen Erzahlens" beigetragen habe. Anstatt Dogma 95 unter dem "Kunstler-Genie-Begriff" zu betrachten, soll der Versuch von Dogma 95 - die Dogma 95-Asthetik als die bessere Filmasthetik zu verkaufen - als ein "Ringen um Macht" innerhalb der Filmbranche verstanden werden. Fur diese Untersuchung sollen die Regeln der Kunst (1999) von Pierre Bourdieu als Theorie verwendet werden, die einen Erfolg oder Misserfolg von Kunstwerken durch Kampfe erklaren, die unter Kunstlern ausgetragen werden. Eine neue Asthetik etablieren zu wollen, ist der Machtkampf zwischen verschiedenen Akteuren, die alle um die kunstlerische Legitimation kampfen. In diesem Kampf geht es um Vorherrschaft uber die Vorgabe der Asthetik sowie um Macht uber okonomisches Kapital. Das Ziel der Kunstler ist es, eine Position einzunehmen, von der aus dies moglich wird.