ISBN-13: 9783565204410 / Niemiecki / Miękka / 108 str.
"Das Ausverkaufs-Protokoll" von Wirtschaftshistoriker Holger Wiese wirft einen schonungslosen Blick auf das schmerzhafteste Kapitel der deutschen Wiedervereinigung: die Arbeit der Treuhandanstalt. Zwischen 1990 und 1994 privatisierte diese Behörde über 8.000 volkseigene Betriebe der ehemaligen DDR. Wiese analysiert, wie die größte Industrieabwicklung der Geschichte ablief - von naiven Fehlentscheidungen bis hin zu krimineller Energie.Das Buch deckt auf, wie westdeutsche "Glücksritter" marode Firmen für eine symbolische D-Mark kauften, die Subventionen einstrichen und die Belegschaft entließen. Wiese nutzt neu zugängliche Akten, um zu zeigen, dass die "Schocktherapie" zwar wirtschaftlich teils notwendig, aber menschlich katastrophal war. Er beleuchtet Einzelschicksale von Arbeitern in Bitterfeld und Eisenhüttenstadt, deren Lebensleistung über Nacht entwertet wurde.Gleichzeitig räumt Wiese mit dem Mythos auf, die DDR-Wirtschaft sei konkurrenzfähig gewesen. Er zeigt das Dilemma der Treuhand-Manager, die eine unmögliche Aufgabe in einem politischen Minenfeld lösen mussten. Das Buch endet mit einer Analyse der politischen Langzeitfolgen: Wiese argumentiert, dass der aktuelle Vertrauensverlust in die Demokratie in Ostdeutschland seine Wurzeln direkt in den verwaisten Werkshallen der 90er Jahre hat.
Eine D-Mark für eine Fabrik, Millionen Arbeitslose für die Bilanz. Wie die Treuhandanstalt die DDR abwickelte und dabei die Seele Ostdeutschlands verkaufte.