ISBN-13: 9783531132020 / Angielski / Miękka / 1998 / 264 str.
Als ich vor etwa funfzehn Jahren das Studium der Soziologie aufnahm, konnte ich mit Theorien uberhaupt nichts anfangen, und schon gar nicht mit klassi schen. Als begeisterte Empirikerin interessierte mich nur die soziale Realitat, "so wie sie ist." Wieso hatte ich also meine Zeit damit verschwenden sollen, abstrakte (und daher unnotige) Gedankenkomplexe zu verstehen? Nur durch Zufall stiess ich eines Tages auf einige Schriften von Georg Simmel, dessen ausgefallene Themenauswahl und blumige Sprache eine beson dere Faszination auf mich ausubten. So begann ich - mehr aus Spass, denn aus Uberzeugung - auch andere klassische Schriften zu lesen; und ich fing an, hinter der verstaubten Fassade brauchbare Werkzeuge fur die Untersuchung von sozialen Phanomenen zu entdecken. Gleichzeitig wandte ich mich den zeitgenossische Theorien zu und stiess ziemlich bald auf das "lndividualisierungstheorem." Es war dies eine Begeg nung, die ich als sehr ernuchternd empfand: Die argumentative Stringenz auf diesem Gebiet erschien mir viel weniger uberzeugend zu sein als diejenige, die ich von anderen (klassischen und zeitgenossischen) Denkmodellen her kannte. Deshalb beschloss ich, dieser theoretischen Lucke nachzugehen."