ISBN-13: 9783639101454 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 136 str.
ISBN-13: 9783639101454 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 136 str.
Gerechtigkeitsbilder erlebten als Ausstattungsgegenstände spätmittelalterlicher Rathäuser im 15. Jahrhundert eine erste Blütezeit und waren eng mit der Rechtspraxis dieser Zeit verbunden. Sie sind als moralischer Fingerzeig zu verstehen und dienten vor Gericht sowohl den Richtern, als auch den vielfach leseunkundigen Menschen als visuelles Exempel damaliger Rechtsvorstellungen. Mit einem Überblick über das spätmittelalterliche Recht und die Entwicklung des Begriffs Gerechtigkeit wird anschaulich in das Thema eingeführt. Anhand konkreter Bildbeispiele von bedeutenden flämischen Künstlern wie van der Weyden, Bouts und David sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie ist diese Bildgattung entstanden? Was sind ihre bevorzugten Sujets? Was ist der konkrete Zweck der Bilder? Welche Aspekte des Strafrechts sind in die Darstellungen mit eingeflossen? Ein besonderes Augenmerk der Autorin gilt auch der historischen Entwicklung Flanderns. Hier haben sich die ausgeprägte Städtelandschaft unter der Herrschaft der Herzöge von Burgund und das Aufstreben eines emanzipierten Bürgertums als günstiger Nährboden für die Entstehung der Gerechtigkeitsbilder herausgestellt.