ISBN-13: 9783565219575 / Niemiecki / Miękka / 100 str.
Ende des 19. Jahrhunderts strömten Millionen Deutsche in den Zoo. Doch sie kamen nicht, um Löwen oder Elefanten zu sehen, sondern Menschen. Der Historiker Matthias Horn öffnet in "Der Mensch im Käfig" ein verdrängtes Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte: die Völkerschauen.Horn konzentriert sich auf die Figur des Hamburger Tierparkdirektors Carl Hagenbeck, der den Import von "Exoten" industrialisierte. Ganze Dorfgemeinschaften aus Afrika, der Arktis oder Polynesien wurden unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und wie Zirkustiere in nachgebauten Kulissen zur Schau gestellt. Das Publikum begaffte ihren Alltag, ihre Tänze und ihre Körper.Das Buch dokumentiert die katastrophalen hygienischen Zustände, an denen viele der Ausgestellten starben (oft an Pocken oder Tuberkulose), und wie ihre Skelette später an Museen verkauft wurden. Horn analysiert, wie diese Shows den wissenschaftlichen Rassismus popularisierten und das Fundament für die menschenverachtende Ideologie des 20. Jahrhunderts legten. Ein erschütterndes Buch über den Voyeurismus einer Gesellschaft, die sich für zivilisiert hielt.
Sie wurden ausgestellt wie Tiere, begafft von Millionen. Die Geschichte der Völkerschauen ist der dunkle Ursprung des deutschen Rassismus.