ISBN-13: 9783638956697 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 64 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, Note: 2, Albert-Ludwigs-Universitat Freiburg (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: HS: Idealismus, 42 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: I. Einleitung In den Wirren der Revolution von '48 kommt es in Frankfurt zur Revolte der Arbeiterschaft. Arthur Schopenhauer - besorgt um seine Habe und auch sonst wenig Verstandnis fur den "verwasserten Linkshegelianismus" der aufstandischen "Canaille" zeigend - lasst die Soldaten am 18. September 1848 in seine Wohnung, um ihnen das Zielen auf die Aufruhrer zu erleichtern; dem Truppenfuhrer gibt er gar seinen "Opernkucker"- als Visier. Dazu schreibt Rudiger Safranski: "Gerade wahrend der Revolutionstage packt ihn die Furie der Selbsterhaltung, die ihn ganzlich stumpf macht gegen die Qualen des sozialen Elends und der politischen Bedruckung, Qualen, fur die er sonst in seiner Mitleidsphilosophie ergreifende Worte gefunden hat. Da hockt er in seinem Haus 'Schone Aussicht Nr.17' und verteidigt sein Principium individuationis auf eine Art, die Don Quichote alle Ehre gemacht hatte. Denn sein Hab und Gut ist wahrlich nicht gefahrdet, und ihm selbst will keiner ans Leder. Aber wie nasses Leder zieht er sich um seinen Geldsack zusammen." Dieser misanthropische Philosoph bekannt als Begrunder des metaphysischen Pessimismus und als notorisch schlechter Dienstherr einer zum Kruppel Geschlagenen ist also Schopfer einer Mitleidsethik - eine Tatsache, die an die Padagogik eines Rousseau erinnert, der seine Kinder allesamt ins Findelhaus gibt. Die gelebte Padagogik ist dem einen so fremd wie dem anderen aktives Mitleid mit zum Auersten getriebenen Menschen. Trotzdem machen beide Handlungen Sinn - ihrer scheinbaren Widersinnigkeit zum Trotz. Dies zu begrunden soll die Eingangsfrage der Seminararbeit sein - im Ubrigen ein lohnender Aufhanger fur eine Themeneinheit 'Schopenhauer' im Philosophieunterricht. Denn g