ISBN-13: 9783640293223 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Sport - Sportsoziologie, Note: 1,0, Georg-August-Universitat Gottingen (Institut fur Sportwissenschaften), Veranstaltung: Theorie und Praxis des Public Viewing, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Mit dem Begriff public viewing hat ein neuer Scheinanglizismus in den deutschenSprachgebrauch Einzug gefunden. Er versucht eine neue Form der Anteilnahme anidentita tsstiftenden Grossereignissen wie z. B. einer Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land zu beschreiben. Diese Art des hautnahen Mitverfolgens ist beinahe mitder Atmospha re identisch, wie sie bisher auch nur die Zuschauer in den Stadien vorOrt erleben konnten. Nach Auffassung vieler Sozialwissenschaftler und Psychologenliegt der Anreiz des public viewing im Teilen von gemeinsamen und simultan entstehenden Emotionen. Wie z. B. die Freude u ber den Sieg des bevorzugtenTeams, aber auch die Trauer u ber die Niederlage. Im Gegensatz zum Betrachteneines Grossereignisses vor dem ha uslichen Fernsehgera t wird das Entstehen einersolch emotionalen Atmospha re erst durch technische Innovationen wie Grossbildleinwa nde oder Plasmafernseher ermo glicht. Mit den Grossbildschirmen wiebei der Fussball WM 2006 wurden die Massen auf einer neuen Stufe derMedienevolution in einen kollektiven Rausch versetzt. Schon die Fussball-weltmeisterschaft in Korea und Japan war eine medientheoretische, oder vielmehr, medienpraktische Demonstration. Wer immer der Meinung aus dem Repertoire derKulturuntergangskritik war, dass der Gang in die (digitale) Mediengesellschaft dieEinsamkeit der Menschen vor ihren Bildschirmen versta rke, war seinerzeiteindrucksvoll eines Anderen belehrt worden. Die in den o ffentlichen Raum gewanderten Bildschirme erwiesen sich als Gegenteil, na mlich als Katalysator einesMassenrausches. Vor allem aber hat die Weltmeisterschaft 2002 wohl zum erstenMal gezeigt, dass auch Medienereignisse, die nur auf den Bildschirmen fu r dieZuschauer statt