ISBN-13: 9783764358273 / Niemiecki / Twarda / 1998 / 205 str.
ISBN-13: 9783764358273 / Niemiecki / Twarda / 1998 / 205 str.
MISEREOR soll die Armen der Dritten Welt unterstutzen -warum mischt es sich dann in die Diskussionen um ein zukunftsfahiges Deutschland ein? Die Kritik ist schnell und plakativ formuliert: Misereor ist fur die Armen der Dritten Welt da. Diesen notleidenden Menschen soll das Werk konkret hel fen. Wenn Misereor sich statt dessen mit Fragen eines zukunftsfahigen Deutsch lands beschaftigt, gerat es auf Abwege, verfehlt es seinen Auftrag. Diese schlagwortartigen Formulierungen enthalten eine gefahrliche Mischung aus Richtigem und Falschem. Richtig ist, dass Misereor einzig dafur da ist, den Armen in der Dritten Welt zu helfen. Falsch ist, dass die Fragen um ein zukunftsfahiges Deutschland nichts mit dieser Aufgabe zu tun haben. Das wird klar, wenn man die plakativen Formulierungen einmal hinter sich lasst und genauer fragt: Wie sieht eigentlich eine Hilfe fur die Armen aus, die ihnen wirklich und auf Dauer hilft? Die Antwort hat zwei Stossrichtungen: Zum einen geht es darum, ihnen un mittelbar materielle und personelle Unterstutzung zu geben. Zum anderen ist es aber ebenso wichtig, sich fur eine Beseitigung der Ursachen der Armut einzusetzen. Schon bei der Grundung von Misereor hat Kardinal Frings diesen Sachver halt sehr genau beschrieben. Er sagte im August 1958: "Die Rentenreform 1957 hat mehr Menschen wirtschaftlich geholfen als alle Elisabethen-und Vinzenzvereine zusammengenommen." Deshalb musse es die Aufgabe eines Werkes wie Misereor sein, den Armen direkt zu helfen und zugleich darauf einzuwirken, dass sich die Rahmenbedingungen fur die Armen verbessern."