ISBN-13: 9783824441853 / Niemiecki / Miękka / 1995 / 383 str.
Diese Arbeit geht zuruck auf Versuche, die Komposition von Musik zu program mieren. Dies verschafften mir die ernuchternde Einsicht in die Begrenztheit einer Kunstlichen Intelligenz, der man das 'Wissen' Satz fur Satz mitgeben muss. Hinter den hoffnungsvollen Konzepten der Kunstliche-Intelligenz-Forschung stiess ich auf die logisch-atomistischen Hoffnungen der Kognitionswissenschaften, dahinter auf dieselben der Linguistik. Die Frage nach den Konstruktionsprinzipien meines 'digi talen Komponisten' wurzelte in den Modellen von 'Bedeutung', und diese lieferte in den letzten Jahrzehnten die Linguistik. Es ist allzu verfuhrerisch, auf die parame trisierte Struktur einer modern-westeuropaischen Partitur zu blicken und sich den Methoden der modernen Linguistik zuzuwenden. Diese 'Moderne' der Linguistik zeigte sich in (grob) zwei Phasen: Die strukturalistische Orientierungsphase mit dem Vorbild des Logischen Positivismus und die Phase der Algorithmisierung. Letztere wurde nicht durch die Konzeptionierung, sondern explizit durch die prakti sche Verfugbarkeit des Digitalrechners Mitte der 50er Jahre ausgelost. Zeitgleich verdrangte die kognitivistische Psychologie den Behaviorismus mit den magischen Trumpfen der Programmierbarkeit. Damit schloss sich der Zirkel meiner Recher che. Da mir Optimismus und die Einubung in LISP als Antwort nicht ausreichten, stiess ich zwangslaufig auf die Ungereimtheiten der Fragen. Nicht ihre kunstliche Erschaffung, sondern die Intelligenz selbst war und ist ein ungeklarter Begriff."