ISBN-13: 9783638793254 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 20 str.
ISBN-13: 9783638793254 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 20 str.
Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Philosophie - Praktische (Ethik, Asthetik, Kultur, Natur, Recht, ...), Sprache: Deutsch, Abstract: Allgemein bezeichnet Gedachtnis' eine subjektive Fahigkeit, bestimmte Erfahrungen, Ideen und Informationen moglichst fur langere Zeit in Erinnerung zu bewahren. Diese Fahigkeit des Individuums wird in den Sozial-, Kultur- und Geschichtswissenschaften unterschiedlich thematisiert. Dabei wird das Gedachtnisvermogen zwar dem individuellen Bewusstsein zuerkannt. Gleichwohl weisen die Wissenschaftler auch auf die konstitutive Rolle hin, die kulturelle und soziale Faktoren fur die Gedachtnisbildung insbesondere in der Auseinandersetzung mit der Geschichte spielen. Danach wird dem Gedachtnis die Doppelfunktion zugewiesen, personliche Erinnerungen mit den Erfahrungen zu verbinden, die den meisten Menschen in einer Gesellschaft gemeinsam sind. Die Anwendung der Kategorie kollektives Gedachtnis mag in manchen wissenschaftlichen Zusammenhangen zulassig erscheinen, doch sie ist nicht nur philosophisch, sondern auch im Hinblick auf den Kolonialismus problematisch. Im kolonialen System standen sich Europaer als vorsatzliche Tater und Afrikaner als unschuldige Opfer gegenuber, d.h. sie standen stets in einem Konfliktverhaltnis zueinander. Kolonisierte und Kolonisierer konnten deshalb kein gemeinsames Gedachtnis kultivieren, weil ihre Erfahrungen mit der Kolonisation und ihre Erinnerungen an jene Zeit kontrar und unvereinbar sind.