ISBN-13: 9783656072751 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 138 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,5, Freie Universitat Berlin (Institut fur Ethnologie), 60 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Viel halt Finanzsenator Thilo Sarrazin nicht von dem Volksbegehren, das der Berliner Senat gerade abgelehnt hat. Eine Abwicklung der Bankgesellschaft hatte in seinen Augen fatale Folgen. Mindestens acht bis zehn Milliarden Euro wurde eine solche kosten. Die Folgeschaden bei den Unternehmen und den Kunden der Bank seien darin noch nicht eingerechnet, und der immense Vertrauensschaden sowieso nicht.1 Doch auch diese Worte lassen an Deutlichkeit nichts zu wunschen ubrig: Von einem "weitverzweigtes Kartell aus Unfahigkeit, Verantwortungslosigkeit und Korruption" ist da die Rede, von Vertuschung und Verschleierung, die "unsere Stadt lahmt und ihre Zukunftsfahigkeit verbaut." Auf vielfaltige Weise wurde "den Burgern dieses Landes mitgeteilt, dass das Fehlverhalten nicht strafbar ist und es keine andere Moglichkeit geben soll, als die Risiken dieser Bank auf das Land Berlin zu verlagern. In der gegenwartigen wirtschaftlichen Situation bewirkt dies Ohnmacht, Resignation und den Verlust an Vertrauen in die politische Fuhrung des Landes."2 Zwei Stellungnahmen zu ein und dem selben Fall. Der eine furchtet um das Vertrauen in die Wirtschaft, falls die Abwicklung der Berliner Bankgesellschaft vollzogen werde, die anderen furchten um das Vertrauen in das politische System, falls genau das nicht geschieht. Der Vorgang illustriert nicht nur die mannigfaltige Bedeutung des Vertrauensbegriffes, sondern stellt auch einen interessanten Fall politischer Strategie im politischen Wettbewerb dar: die Besetzung von Begrifflichkeiten auf der politischen Agenda und, in diesem speziellen Fall, die Vereinnahmung von Diskursen auf Kosten politischer Kontrahenten, ein Thema, mit dem ich mich im vierten Teil dieser Arbeit naher beschaftigen werde. Eines der auffalligsten Merkmale des von mir bes