ISBN-13: 9783828885332 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 106 str.
Die Arbeit zu Thomas Manns Buddenbrooks basiert auf einer Verbindung diskursgeschichtlich-psychologischer und textanalytischer Kategorien, die zurckgehen auf das von Marianne Wnsch entwickelte Modell eines literarischen Strukturwandels vom sptenRealismus(ca. 1850 - 1890) zurFrhen Moderne(ca. 1890 - 1930).An den Roman herangetragen werden folgende Fragen: Warum verfllt die Familie Buddenbrook? Welche Rolle spielen dabei die familiren Werte und Normen, und wie wirken sie sich auf die Identitts- und Existenzproblematiken der einzelnen Familienmitglieder aus? Wie verhlt sich der Text zur literarhistorischen Neukonzeption der Figurenpsyche, insofern er denVerfallals Folge einer teils sozial-, teils individualpsychologischen Entwicklung darstellt? Ist vor diesem Hintergrund ein Ausweg aus demVerfalls-Geschehen denkbar?Die Unterordnung persnlicher, vom Literatursystem derFrhen Modernebereits geforderter Selbstfindungsprozesse unter die internalisierten Wert- und Normvorstellungen der Herkunftsfamilie erweist sich im Laufe der Analyse als geschehenskonstitutives Prinzip. In der Folge der Generationen wird die familir-tradierte Existenzform buchstblich als immer weniger lebbar erfahren und fhrt schlielich ber verschiedene Stadien der Bewusstseinsspaltung, der Selbstentfremdung und Selbstverneinung inden individuellen Tod und denVerfall einer Familie.