ISBN-13: 9783638940481 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 20 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Westfalische Wilhelms-Universitat Munster, Veranstaltung: Einfuhrung in die Analyse und Interpretation literarischer Texte, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Haben wir je einen teutschen Shakespeare zu erwarten, so ist es dieser." (Wiese 1937: 102) Mit diesen Worten beschrieb der Rezensent der Erfurthischen Gelehrten Zeitung am 24. Juli 1781 den damals noch unbekannten Dichter der Rauber." Das Erstlingswerk Schillers, das 1779/80 zu seiner Zeit an der Karlsschule entstand und das er zunachst selbstfinanziert und anonym veroffentlichte, zahlt heute als das bedeutendste Drama des Sturm und Drang. An seiner Urauffuhrung in Mannheim nahm Schiller unerlaubter Weise teil. Schon damals galt das Drama als eine Sensation. Himmel und Holle kamen hier zusammen, hier druckte sich das Lebensgefuhl einer jungen Generation aus." (Koopmann 1988: 11) Heute gehoren Die Rauber" einerseits zum festen Literaturkanon, andererseits ziehen sie als Theaterstuck inszeniert auch nach wie vor Zuschauer in ihren Bann, die sich zuvor nicht mit Literatur auseinandergesetzt haben. Dies liegt nicht zuletzt an der herausragenden Charakterisierung der Hauptfiguren Karl und Franz Moor: Die Helden seiner Jugenddramen sind Monstren an Tugend oder Laster, von einer ungeheuren Einmaligkeit und Eindrucklichkeit." (Frey 1966: 83) Ich mochte in dieser Abhandlung herausfinden, was diese Charaktere so besonders macht und welche Wirkung Schiller mit ihnen erzielen wollte. Hierzu werde ich das Drama in Hinblick auf das Nebeneinander von Tugend und Laster, von Gut und Bose analysieren. Meiner Annahme nach hat Schiller sich stark an dem von Lessing gepragten Begriff des gemischten Charakters" orientiert. In Anschluss an meine Analyse mochte ich daher Ruckschlusse auf die Wirkungsabsicht der gemischten Charaktere in den Raubern" ziehen."