ISBN-13: 9783640929153 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 1,0, Katholische Universitat Eichstatt-Ingolstadt, Veranstaltung: Suizid in modernen Gesellschaften, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein junger Mensch begeht Selbstmord; und die Gesellschaft ist erschuttert, denn er hatte doch noch sein ganzes Leben vor sich. Ein alter Mensch begeht Selbstmord; und die Gesellschaft kann es in gewisser Weise nachvollziehen. Aussagen wie "Er hatte sein Leben gelebt" oder "Jetzt muss er zumindest nicht mehr leiden" bergen eine gewisse und stille Akzeptanz, wenn es um Suizid im Alter geht. Hierbei erscheint der Alterssuizid als eine rationale oder wenigstens vernunftige Entscheidung, ganz im Gegensatz zu Suiziden in jungeren Jahren. Der Alterssuizid muss aber als eine eigenstandige Form des Suizides angesehen werden, denn ihm liegen andere Motivationen zugrunde als in den ubrigen Lebensphasen. Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern das Phanomen des Alterssuizides mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung auf ihre schwachsten Mitglieder zu tun haben mag: Unsere moderne und junge Leistungsgesellschaft sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass es immer mehr alte Menschen geben wird, fur die weder Rollen noch Aufgaben oder Funktionen vorgesehen sind, und die mit Eintritt in das Rentenalter von der Gesellschaft schlechthin fur "tot" erklart werden. Das Phanomen des Alterssuizids wird in Zukunft zu einem erheblichem Problem werden. Es stellt sich daher die Frage, ob Altern und Alterssuizid rein individuelle oder eben vor allem gesellschaftliche Probleme sind?