ISBN-13: 9783640175420 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 94 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Russistik / Slavistik, Note: 1,7, Eberhard-Karls-Universitat Tubingen, 65 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In den letzten Jahren meines Studiums habe ich mich intensiv mit dem Phanomen "Samizdat" in der Sowjetunion beschaftigt. Unter dem Begriff "Samizdat" versteht man in erster Linie "die Vervielfaltigung und Distribution von Texten ohne Genehmigung der Zensur und ohne Mitwirkung eines (offiziellen) Verlages."1 Samizdat war aber nicht nur eine literarische Erscheinung. Unter Samizdat ist eher eine gesellschaftliche Institution der parallelen Kultur in der Sowjetunion zu verstehen, die durch die politisch-kulturellen Umstande im Land, auf die ich nachher noch eingehen werde, entstanden ist. ...] Den Begriff "Samizdat" horte ich zum ersten mal in Deutschland in den 90er Jahren in bezug auf die Werke Vladimir Nabokovs, seitdem wuchs mein Interesse an Samizdat kontinuierlich. Die Bucher, die wir in der Schule der 80er Jahre in der Sowjetunion behandelten, hinterlieen bei mir mit Ausnahme von den Klassikern wie Tolstoj, Dostoevskij, Čechov, Puskin und ein paar anderen so gut wie keine Spuren, die meisten sowjetischen Schriftsteller schienen mir gegeneinander austauschbar zu sein, ebenso ihre Werke. Seit den 90er Jahren wurden immer mehr Bucher der modernen russischen Schriftsteller zuganglich. Die Werke von A. Solzenicyn, V. Nabokov, V. Vojnovič, S. Dovlatov, V. Aksenov, M. Bulgakov und vielen anderen zeigten die Sowjetunion, die ich nicht kannte. Da die meisten dieser Werke zwar in der Sowjetzeit entstanden, aber nicht in der Sowjetunion publiziert wurden, sondern durch Samizdat ihr Publikum fanden, scheint mir das Phanomen "Samizdat" als Untersuchungsobjekt sehr aufschlussreich zu sein. In der vorliegenden Arbeit nehme ich die Entstehungsgeschichte, die Autoren, die Erscheinungsformen und Themen des Samizdat unter Einbeziehung der politischen und kulturellen Rahmenbedingungen unter die Lupe.