ISBN-13: 9783484220614 / Angielski / Twarda / 1999 / 297 str.
Die Untersuchung geht von der unstrittigen Beobachtung aus, da Sprecherinnen und Sprecher z.T. hartnackig und entgegen "besserer" Einsicht auf problematischen Annahmen uber Sprache und Kommunikation bestehen. Fur das besondere Profil sprachbezogener Common sense-Annahmen wird folgende Erklarung angeboten: Das reflektierte Wissen uber Sprache (secondary reasonings, "falsches Sprachbewutsein") resultiert nicht in erster Linie aus sprachmagischen Vorstellungen oder aus Bildungsdefiziten der Sprachteilhaber, sondern aus wiederkehrenden Reflexionsanforderungen, denen sie in ihrer Kommunikationspraxis ausgesetzt sind. In der Mikroanalyse von authentischen Gesprachen wird deutlich, da das praktische Reflexionspotential bei der Uberwindung typischer Differenzerfahrungen erworben wird. Die Common sense-Annahmen der Sprecher weichen also nicht zufallig oder chaotisch, sondern erwartbar und systematisch von linguistischen Erkenntnissen uber die Sprache ab. Schwerpunkte der Analyse liegen in drei Bereichen: 1. Standardsituationen der Alltagskommunikation (z.B. Grusequenzen, Mutter-Kind-Interaktion), 2. Sprachunterricht (Grammatikunterricht, Rollenspiel), 3. Ost-Westkommunikation (Tagungsgesprache, Talkshows). Als Ansatz zu einer theoretischen und empirischen Erklarung einer kulturspezifischen "Reflexionsbiographie" durfte die Arbeit vor allem fur Studenten, Lehrer und Hochschullehrer interessant sein.