ISBN-13: 9783640202522 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 68 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 1-, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen (Historikum), Veranstaltung: Proseminar Mittelalterliche Geschichte - Universitaten im Mittelalter, Sprache: Deutsch, Abstract: Abaelard (1079-1142) zahlt wohl zu den fuhrenden und umstrittensten Denkern seiner Zeit. Seine auergewohnliche Lebensgeschichte, die im besonderen durch seine tragische Liebschaft mit Heloise bis heute immer wieder neu entdeckt wird, fallt besonders auf. Da er dann von Rom aus noch als Ketzer verurteilt wurde, macht ihn fast zum Martyrer fur die Wissenschaft, denen besonders heute die Sympathie eines breiten Mainstream entgegenkommt. Doch was war Abaelard fur eine Personlichkeit? War er der groe, nicht verstandene Lehrer, gegen den der gesamte orthodox-konservative Klerus zu stehen schien? In seinem eigenen Leidensbericht, der "Historia calamitatem," in dem er Rechenschaft ablegt, sieht er sich vornehmlich als Opfer und somit ist diese nicht als objektive Quelle zu gebrauchen. Auch erinnert sie mich - dieser Vergleich mag weit hergeholt sein - an eine kurzlich in Deutschland erschienene Rechtfertigungsschrift eines bekannten Politikers. Da "Historia calamitatem" also mit Vorsicht zu genieen ist, stellt sich die Frage, wie man sonst noch an die Personlichkeit Abaelard herangehen kann. Ein Weg konnte eine genauere Betrachtung seiner Auseinandersetzung mit seinen ersten drei Lehrern (Roscelin de Compiegne, Wilhelm von Champeaux und Anselm von Laon) sein. Ging es bei diesen Auseinandersetzungen Abaelard um die wissenschaftliche Sachlichkeit oder waren personlicher Ehrgeiz und Revierverteidigung andererseits der wahre Grund der Streitigkeiten? Um diesem Sachverhalt tieferen Aufschlu zu geben, werde ich im folgenden Abaelards anfangliche Zeit in Paris genauer betrachten. War er wirklich der Zeit in seiner Geisteshaltung voraus und war sein Eintreten fur das Primat der Vernunft die Haupt