ISBN-13: 9783656068921 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1.3, Albert-Ludwigs-Universitat Freiburg, Veranstaltung: Geschichte der Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Wer sich mit dem Thema Menschenfresser befasst ist leicht geneigt, durch Abwagen von Fakten ein Urteil zu fallen, ob es eine menschliche Bestie mit anthropophagem Appetit denn uberhaupt gab. Es steht mir in dieser Arbeit allerdings fern, derart vorzugehen, denn dazu waren archaologische Kenntnisse gefragt, was nicht in meinem Bereich liegt. Stattdessen setzte ich mich mit Form und Funktion des Kannibalismus auseinander, mit besonderem Augenmerk auf die fruhe Neuzeit. Ich mochte ein Panorama von Kannibalismusvorstellungen aus dieser Zeit wiedergeben. Die Form, aber auch die Funktion unterliegt einem standigen Veranderungsprozess, der durch die jeweilig vorhandene Mentalitat gepragt ist. Zum Teil sind Parallelen uber einen langeren Zeitraum festzustellen - die Vorstellungen der Menschenfresserei unterlagen sicherlich der Uberlieferung. Aus diesem Grunde erscheint es mir sinnvoll, zuerst einen Blick zuruck zu werfen und einige Grundlagen fur neuzeitliche Kannibalismusvorstellungen zu betrachten. Es gibt zwischen der Antike und der fruhen Neuzeit beispielsweise Ahnlichkeiten, was die Vorstellung von der unbekannten Welt betrifft. Beiderseits wurden ausserhalb der bisher existenten Welt Wilde und Unformige erwartet. Eine Erwartungshaltung, die fatale Folgen fur die Urbevolkerung Amerikas hatte. Die Arbeit ist so gegliedert, dass nach dem Ruckblick in fruhere Zeit die verschiedenen Formen von Anthropophagie, wie sie in der Neuzeit existierten, dargestellt werden. Zuerst befasse ich mich mit Hungerkannibalismus, einer Form die in Hungerszeiten oder bei Belagerungen den Ausweg vor dem Hungertod bedeutete. Danach wende ich mich den Medizinern zu, die zur Herstellung von Pflastern, Latwergen, Essenzen und vielem mehr, menschliche Substanz be