ISBN-13: 9783656942566 / Niemiecki / Miękka / 2015 / 24 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen, Veranstaltung: Einblicke in die Geschichte der germanistischen Mediavistik, Sprache: Deutsch, Abstract: Mit gutem Recht wird das Nibelungenlied in den 1960er und 1970er Jahren als "Frauenbiographie" bzw. "Frauentragodie" gedeutet. Betrachtet man die Situation der Frau, so wie sie in der mittelalterlichen Gesellschaft verankert war, begegnen einem zahlreiche sich uberlappende Auerungs- und Darstellungsmodi, die aber in der einen oder anderen Form auf dieselbe Grundidee zuruckzufuhren sind: Gema des mittelalterlichen Vorstellungshorizonts waren Geschlechterverhaltnisse dermaen ausgelegt, dass die Rolle der Frau nur durch jene des Mannes bestimmt wurde und dadurch eine deutliche Abwertung und Ausgrenzung bis hin zur Reduzierung auf den Objektstatus erfuhr. Sichtbar werden diese Verhaltnisse auch anhand der mysogynen Perspektive des Dichters. Das Thema ist von besonderer Aktualitat und nimmt in der Weltliteratur eine wichtige Stellung ein. Die eingeschrankte Rolle der Frau in der Gesellschaft und die Ursachen ihres wenn auch nur kurzzeitig abweichenden Verhaltens bis die Ordnung wieder hergestellt wird, ist das Phanomen, das in vorliegender Arbeit untersucht werden soll. In dieser Hinsicht gibt das Nibelungenlied Auskunft uber damalige Vorgange und Praktiken sowie uber historische und kulturelle Wandlungsprozesse. Die Verknupfung des Mythischen mit dem Historischen, des Wahren und des Marchenhaften, bedingen sowohl Charakterzuge der Gestalten wie auch ihre vielfaltige Dimension. Das Epos vermittelt eine klare Darstellung der fruhen Feudalgesellschaft - Lebensbedingungen, Beziehungen zwischen Feudalherren und Lehnsmannern, und selbstverstandlich auch deren typische und deviante Mannlichkeits- und Weiblichkeitsbilder. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt in der Untersuchung der beiden devianten Weiblichkeitsbil